Medikamente gegen Schwangerschaftsübelkeit sind nicht hinreichend erforscht


Viele schwangere Frauen leiden zwischen der 6. Und 16. Woche unter Schwangerschaftsübelkeit. Doch Frauen sollten hier nur notfalls auf die gängigen Medikamente zurückgreifen, denn sie sind nicht für Schwangerschaftsübelkeit zugelassen. Stattdessen sollten Frauen eher auf pflanzliche Präparate zurückgreifen.

Schwangerschaftsübelkeit ist keine schöne Sache. Leiden Frauen länger darunter, nehmen sie nicht selten Medikamente dagegen ein. Häufig werden dann Vitamin B6, Doxylamin oder Dimenhydrinat eingenommen. Doch was die wenigsten Frauen wissen, keines dieser Mittel ist gegen Schwangerschaftsübelkeit zugelassen. Daher sollten sich Schwangere vor der Einnahme über die Nebenwirkungen informieren.

Mediziner dürfen Medikamente trotzdem verschreiben

So ist keines der besagten Mittel zur Behandlung von Schwangerschaftsübelkeit ausdrücklich zugelassen. Das teilte kürzlich das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen in einem aktuellen Bericht mit. Dennoch können Mediziner die erwähnten Medikamente gegen Schwangerschaftsübelkeit verschreiben.

Wenn dies geschieht spricht man in der Regel von „Off-Label-Use“ oder auf Deutsch von „nicht bestimmungsmäßigen Gebrauch“. Daher rät das Institut vor allem schwangeren Frauen sich vor Gebrauch dieser Medikamente von einem Arzt oder Apotheker über Wirkung und Nebenwirkung dieser Mittel beraten zu lassen.

Nicht klar ob Medikamente überhaupt helfen

Wie das Institut weiter erklärte, gibt es bis zum heutigen Tage nur wenige Studien, die die Wirksamkeit von Medikamenten gegen Schwangerschaftsübelkeit erforscht haben. Dies liegt in erster Linie wohl auch daran, dass es auch Rücksicht auf Mutter und Kind kaum möglich ist, klinische Studien durchzuführen und Medikamente zu testen.

Darum ist auch nicht in klinischen Studien hinreichend untersucht worden, ob gängige Arzneimittel mit Wirkstoffen wie zum Beispiel Dimenhydrinat, das grundsätzlich gegen Übelkeit verabreicht wird, oder Medikamente mit dem Wirkstoff Metoclopramid, dass den Magen- Darm- Trakt anregt, überhaupt Schwangeren wirklich hilft.

Ingwer hilft gegen Übelkeit

Schwangere können allerdings durch ein paar einfachere Tricks selbst herausfinden, was ihnen am besten hilft: Einige Schwangere schwören darauf, viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich zu nehmen. Andere Frauen meiden ganz bewusst bestimmte Gerüche und Nahrungsmittel auf die sie besonders reagieren.

Andere meiden auch stressige Situationen, Hitze oder nervige Geräusche. Es gibt aber auch pflanzliche Alternativen zu den Medikamenten, hier wird auch immer wieder Ingwer erwähnt. Aktuelle Studien weisen zudem auch darauf hin, dass zum Beispiel Sirup oder Kapseln mit 250 Milligramm des Heilmittels pro Dosis die Beschwerden lindern können. Diese Dosis sollte drei- bis viermal pro Tag eingenommen werden.

Manchmal Behandlung im Krankenhaus nötig

An Schwangerschaftsübelkeit leiden in der Regel Frauen in der sechsten bis zur 16. Schwangerschaftswoche. Einige Frauen leiden aber auch länger unter der Übelkeit. Auch die Stärke der Beschwerden kann von Frau zu Frau unterschiedlich sein. Wie das Institut weiter schreibt, leidet etwa eine von 100 Schwangeren an einer besonders starken Form der Schwangerschaftsübelkeit.

In diesen Fällen ist oft auch eine Behandlung in einem Krankenhaus nicht auszuschließen, da es durch das Erbrechen es zu einem starken Gewichts- und Flüssigkeitsverlust kommen kann. Was dann unter Umständen auch zu einer Gefahr für das ungeborene Kind werden kann, so das Institut zum Abschluss seiner Mitteilung.

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