Kinderlähmung könnte wieder nach Europa eingeschleppt werden


Die Kinderkrankheit Kinderlähmung ist so gut wie ausgerottet, dennoch gibt es immer wieder Rückschläge. So gibt es immer wieder Verdachtsfälle in mehreren Ländern. In Deutschland gilt die Krankheit als ausgerottet. Allerdings könnte sie auch schnell wieder eingeschleppt werden.

In der westlichen Welt gilt die Kinderlähmung als ausgerottet. Der US- amerikanische Mediziner Jonas Salk legt den Grundstein für die Ausrottung dieser Krankheit, indem er den ersten Polio- Impfstoff entwickelte. Der Welt- Polio- Tag erinnert an diesen medizinischen Durchbruch. Der Welt- Polio- Tag wird immer am 28. Oktober begangen.

Mehrere Rückschläge

Allerdings warnte das Robert- Koch- Institut in Berlin davor, dass die Krankheit schnell wieder eingeschleppt werden könnte, auch nach Deutschland. Zwar ist die Krankheit auf der ganzen Welt fast ausgerottet, doch gibt es immer wieder Rückschläge. So wurden in diesem Jahr bereits zwei Fälle von Poliovieren in poliofreien Gebieten registriert, so das Institut.

Vor allem auf dem Kontinent Afrika treten immer wieder Erkrankungen mit Poliovieren auf. Besonders das Horn von Afrika stellt eine Poliovierenhochburg da. Weil dieses Gebiet aber von einer Miliz kontrolliert wird, erschwert es die Impfungen. Zudem wurden in Israel auch verschiedene Poliovieren im Abwasser nachgewiesen. Erkrankungen gibt es dort bis heute allerdings nicht.

Fünf bis zehn Prozent sterben

Auch in Syrien gab es in jüngster Vergangenheit gleich mehrere Verdachtsfälle. Diese wurden aber bis heute noch nicht offiziell bestätigt. Die Bekämpfung der tödlichen Krankheit würde auch durch Anschläge auf Impfhelfer erschwert, gibt das Robert- Koch- Institut zu bedenken.

Kinderlähmung gilt als hochansteckende Krankheit. Nach aktuellen Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO tritt sie meistens bei Kinder unter fünf Jahren auf. Eine von 200 Erkrankungen führt dabei zu einer dauerhaften Lähmung. Im Durchschnitt sterben fünf bis zehn Prozent der Gelähmten an der Krankheit, weil die Atemmuskeln unbeweglich werden.

Nur noch 223 Infizierte

Die Krankheit gilt bis heute als nicht heilbar. Die Ansteckung kann aber durch die Impfung vorgebeugt werden. Im Jahr 1988 startete die WHO ein internationales Programm zur Ausrottung der Kinderlähmung. Die Zahl der Ansteckungen ging seit dem um gut 99 Prozent zurück.

Im Jahr 1988 betrug die Zahl der Erkrankten noch 350.00, im vergangenen Jahr waren es dann nur noch 223 Infizierte. Im Jahr 2012 trat die Kinderlähmung lediglich noch in den Ländern Afghanistan, Pakistan und Nigeria auf. Im Jahr 1988 waren immerhin noch 125 Länder betroffen. Hierzulande wurden 1992 die letzten Fälle von Poliovieren registriert.

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