Arzneimittelreport BARMER GEK: Kinder- und Jugendärzte widersprechen Report


Laut dem Arzneimittelreport der Barmer GEK nehmen Kinder zu oft gefährliche Psychopillen. Dies wiesen die Kinder- und Jugendärzte jetzt zurück. Laut der Ärzteschaft seien die Verordnungen durch Kinder- und Jugendärzte schon seit Jahren rückläufig.

Erst kürzlich war der Arzneimittelreport der gesetzlichen Krankenkasse Barmer GEK erschienen, in der die Krankenkasse beanstandet, dass Kinder zu viele Medikamente gegen psychische Erkrankungen bekämen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte kritisierte jetzt diesen Report.

Keine Anzeichen für mehr Verschreibungen

So gebe es derzeitig keine Anzeichen dafür, dass Kinder- und Jugendärzte ihren jungen Patienten Medikamente gegen psychische Erkrankungen verschreiben würden, so der Präsident Wolfram Hartmann.

Eher das Gegenteil sei der Fall, wenn man die Zahlen des Arzneimittelreports der Krankenkasse differenziert und im Zusammenhang mit den Daten zur ärztlichen Versorgung von Kindern und Jugendlichen betrachtet, gehen die Zahlen sogar zurück, so der Präsident weiter. Das betrifft besonders auf Kinder bis zu vier Jahren zu.

Verschreibungen seit Jahren rückläufig

Hier gibt es schon seit Jahren nur sehr geringe Verschreibungen und diese sind schon seit mehreren Jahren rückläufig. Wenn diese Mittel in der besagten Altersklasse verordnet werden, dann nur um zur Unterbrechung von Fieberkrämpfen und Krampfanfällen.

Zwar steigen die Verordnungen in den höheren Altersklassen weiter an, dafür sind allerdings andere Arztgruppen verantwortlich, wie der Präsident in dem Interview weiter betont. Die Kinder- und Jugendärzte würden sich an die Richtlinien halten und im Fall der Fälle höchstens so genannte Psychostimulanzien zur unterstützenden Behandlung von ADHS verabreichen.

Keine überdurchschnittlichen Steigerungen

Selbst bei diesen Verordnungen gab es in den letzten Jahren keine überdurchschnittlichen Steigerungen. Laut der Krankenkasse Barmer GEK hatte es zwischen den Jahren 2005 und 2012 41 Prozent mehr Verschreibungen von Antipsychotika gegeben. Die Steigerung war laut Krankenkasse auf neue Produkte zurückzuführen.

Die Verschreibungen von älteren Medikamenten waren hingegen Rückläufig, wie es in dem Arzneimittelreport heißt. Ein unterschiedliches Bild ergibt sich bei den verschiedenen Altersgruppen, so die Krankenkasse. Bei Kindern bis vier Jahren gibt es kaum noch Verschreibungen. Bei allen anderen Altersgruppen seien die Verordnungen allerdings angestiegen, am stärksten bei den 10 bis 14 Jahre alten Kindern.

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