Proteine im Blut verraten Alter und potenzielle Risiken

Ein neues Untersuchungsverfahren von Proteinen im Blut gibt bedeutsame Informationen über den Gesundheitszustand und das Alter eines Menschen preis. Daneben ist es anhand der Methode ebenfalls möglich das Risiko für Krankheiten vorhergesagt zu bekommen, bevor es zu diesen kommt.

Proteingehalt ist vielsagender Indikator

Im Rahmen der neuen Studie der Stanford University School of Medicine wurde erkannt, dass Proteine im Blut ein wichtiger Hinweis auf das Alter und die gesundheitliche Verfassung eines Menschen sind. Die Untersuchungsergebnisse wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „Nature Medicine“ präsentiert.
Wenn Personen das Alter von anderen erraten sollen, setzen sie bei ihrer Einschätzung meist auf äußerliche Faktoren wie die Haltung, (eventuelle) Falten oder die Haare. Wissenschaftler sind nun in der Lage das Alter zu erkennen, ohne eine Person zu Gesicht zu bekommen: Durch die Analyse des Proteingehalts im Blut. Die Messung der 373 Proteine, die im menschlichen Blut umherwandern, gibt Aufschluss über gesundheitliche Risiken und das Alter einer Person. Die Anzahl der Lipoproteine verrät zum Beispiel viel über die kardiovaskuläre Gesundheit.

Proteine zeigen Veränderungen im Körper an

Es stellte sich heraus, dass circa ein Drittel der im Rahmen der Studie untersuchten Proteine mit zunehmendem Alter Wandel unterliegt. Veränderungen in den Niveaus geben dabei nicht nur Aufschluss über das Alter, sondern verursachen dies womöglich sogar. Die Wissenschaftler nehmen an, dass sie zumindest eine Rolle beim Alterungsprozess spielen.
Bei der Forschungsarbeit wurde das Plasma von 4.263 Personen im Alter zwischen 18 und 95 Jahren untersucht. Verändert sich der relative Proteingehalt stark, ist dies ein Zeichen für Veränderungen im Körper. Die Untersuchung von tausenden Proteinen im Plasma ergibt somit eine Art Momentaufnahme aller Prozesse im Körper.
Die Studienergebnisse legen nahe, dass sich der physiologische Alterungsprozess nicht in stetiger Geschwindigkeit vollzieht. Stattdessen existieren diesbezüglich wohl drei bedeutsame Zeitpunkte im Alter von 34, 60 und 78 Jahren. An diesen gehen offenbar signifikante Veränderungen vonstatten, die sich in der Anzahl der Proteine widerspiegeln.

Studiendetails

Das Forschungsteam analysierte die zusammengesetzten Konzentrationen von Proteinen bei Personengruppen, nicht bei einzelnen Personen. Auf Grund dessen ergab sich eine Formel, durch die das Alter der meisten Menschen in einem Rahmen von drei Jahren eingegrenzt werden kann.
Personen, deren Alter dank der Proteine viel niedriger eingestuft wurde, waren auffallend gesund für ihr Alter. Die Wissenschaftler ermittelten bei der Messung der Gehalte von circa 3.000 Proteinen im Plasma jedes Individuums 1.379 Proteine, deren Gehalt je nach Alter der Probanden stark unterschiedlich ausfiel.
Eine reduzierte Anzahl von 373 dieser Proteine war bereits genug, um das Alter mit hoher Genauigkeit zu bestimmen. Es kamen allerdings Fälle von signifikanten Abweichungen zwischen dem chronologischen und physiologischen Alter vor.
 
Was überhaupt die Aufgabe unseres Blutes ist und warum dieses so wichtig ist, wird hier erklärt:

Wozu brauchen wir Blut? Aufgaben & Funktionen rote Blutkörperchen, Thrombozyten & Blutplasma

Proteinanalyse zur Vorhersage von Volkskrankheiten?

Bis das neue Verfahren es in die klinische Anwendung schafft wird es noch mindestens fünf bis zehn Jahre dauern. Anhand einer weiteren Validierung könnte anhand der Methode aber ermittelt werden, welche Personen besonders rasch altern, was die Wahrscheinlichkeit für altersbedingte Krankheiten wie Alzheimer oder kardiovaskuläre Erkrankungen anzeigen könnte.
Auf diese Weise könnten bereits frühzeitig Maßnahmen getroffen werden, wie beispielsweise Medikamente eingenommen oder andere therapeutische Interventionen vorgenommen werden, die den Alterungsprozess verlangsamen. Darüber hinaus könnte festgestellt werden, wenn es durch Medikamente zu einer Beschleunigung des Alterungsprozesses kommt, sodass Betroffene auf Alternativen umsteigen können.
Eine Vorhersage kann sogar mit nur neun Proteinen getroffen werden, eine Messung weiterer Proteine erhöht hierbei jedoch die Verlässlichkeit des Ergebnisses. Mithilfe einer künstlichen Intelligenz könnte aber durchaus ein zuverlässiger Test konstruiert werden, der nur auf den neun Proteinen beruht.

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