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Nierensteine: Wie man mit der richtigen Ernährung entgegenwirken kann

von Laura Pfundner Posted on 25.03.2023 05:4820.03.2023 13:22

Aus dem Nichts treten starke anfallsartige Schmerzen in den Flanken auf, die in den Unterbauch und sogar den Rücken ausstrahlen können. Wellenartig sind sie einmal stärker, einmal schwächer und können sogar zum Erbrechen führen. Nierensteine betreffen etwa fünf Prozent aller Deutschen, Tendenz steigend. Erfahren Sie, welchen Einfluss die Ernährung hat und wie Sie ihr Erkrankungsrisiko erheblich mindern können.

Bis zu mehreren Zentimetern groß

Je nach Lokalisation unterscheidet man zwischen Nierensteinen (Nephrolithiasis), Blasensteinen (Zystolithiasis) und Harnleitersteinen (Ureterolithiasis). Nierensteine, in der Medizin auch Urolithiasis genannt, entstehen durch eine Überkonzentration steinebildender Substanzen im Harn. Ihre Größe ist flexibel: von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern Durchmesser kann alles möglich sein. Wer einmal von Nierensteinen betroffen war, ist einem dreißig bis fünfzig Prozent höheren Risiko ausgesetzt, sie erneut zu bekommen.

Auskristallisation von Kalzium und Co.

Die Niere, unser Ausscheidungs- und Reinigungsorgan, sorgt dafür, verschiedenste Substanzen über den Urin aus dem Körper hinauszutransportieren. Im Harn gelöst befinden sich unter anderem Kalzium, Oxalat, Phosphate und Harnsäure, die tagtäglich aus dem Körper geleitet werden. Ist die Konzentration dieser Stoffe jedoch erhöht und die Menge an Urin zu niedrig, können sich die sogenannten Harnsteine bilden. Oft bleiben sie lange symptomlos und daher unbemerkt – oder aber sie verursachen einen Harnstau, schmerzhafte Koliken oder im drastischsten Fall eine Blutvergiftung.

Unerträgliche Schmerzen

Wie schwer die Symptomatik ausfällt, hängt stark von der Größe der Nierensteine ab. Während kleinere Steine von einer Größe bis zu drei Millimetern meist beschwerdefrei ausgeschieden werden, führen größere zu äußerst unangenehmen Schmerzen beim Wasserlassen. Stecken die Harnsteine im Harnleiter fest, versucht der Körper sie mithilfe von Muskelkraft weiter zu transportieren, wodurch krampfartige Nierenkoliken an den Flanken im Nierenbereich, Unterbauch oder Rücken entstehen. Diese können auch von Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Blut im Urin begleitet werden.

Lebensstil entscheidet maßgeblich: Das gilt es zu beachten

Die Ursachen für die Bildung von Nierensteinen sind vielfältig. Neben genetischer Veranlagung, Engstellen im harnableitenden System und Harnwegsinfekten spielt vor allem der Lebensstil eine entscheidende Rolle. Eine ungesunde Ernährung, Übergewicht und besonders eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr fördern die Entstehung der Steine. Ein Großteil der Krankheitsfälle ließe sich durch Lebensstilmaßnahmen verhindern.
Um gar nicht erst in den Genuss der sehr schmerzhaften Nierensteine zu kommen, sollte auf die richtige Ernährung und eine angemessene Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. So kann zum Einen beeinflusst werden, wie viele steinbildende Substanzen sich entwickeln und zum Anderen wird durch genügend Flüssigkeit die Menge, in der die Substanzen gelöst sind, erhöht. Das verringert die Wahrscheinlichkeit, dass sich Klumpen bilden können.

Ausreichend trinken

Das Nonplusultra bei der Vermeidung von Nierensteinen ist eine angemessene Flüssigkeitszufuhr. Achten Sie auf Ihren Urin – ist dieser klar bis hellgelb, machen Sie alles richtig. Ein dunkelgelber Harn signalisiert hingegen, dass mehr getrunken werden sollte. Um die Auskristallisation und Steinbildung zu umgehen, wird daher die Aufnahme von zweieinhalb bis drei Litern Wasser über den Tag empfohlen. Ratsam ist hierbei vor allem Hydrogencarbonat-reiches Mineralwasser (>1200 mg HCO3/L) – durch seine alkalisierende Wirkung hebt es den pH-Wert des Urins an und bekämpft dessen Auskristallisation von Kalziumoxalat und Harnsäure.

Mehr Obst und Gemüse, weniger Fleisch essen

Egal um welches Leiden des Menschens es sich handelt, Obst und Gemüse wirken als Wunderwaffe gegen fast jedes Problem. So auch bei der Vorbeugung von Harnsteinen: sie verfügen ebenso über eine alkalisierende Wirkung. Vor allem tierisches Eiweiß gilt als großer Faktor für die Steinbildung. Die Reduktion von Fleisch, Wurst, Fisch, Eiern und Käse senkt unter anderem die Kalzium- und Harnsäure-Konzentration im Urin und erhöht seinen pH-Wert.

Lieber würzen statt salzen

Eine hohe Salzzufuhr fördert nicht nur Bluthochdruck, sondern auch die Bildung von Nierensteinen durch eine verstärkte Ausscheidung von Kalzium im Urin. Der Verzehr von Salz kann durch die Verwendung frischer Kräuter und Gewürze reduziert werden. Außerdem wurden positive Effekte durch eine verminderte Aufnahme von Süßem und zuckerhaltigen Getränken beobachtet.

Unterschiedliche Steine – unterschiedliche Maßnahmen

Je nach Zusammensetzung der Steine wird zwischen Kalziumoxalat- und Harnsäuresteinen unterschieden. Das sorgt in weiterer Folge auch für unterschiedliche Ernährungsempfehlungen. Bei Kalziumoxalatsteinen sollten folgende oxalsäurereiche Lebensmittel reduziert werden:

  • Rote Beete
  • Spinat
  • Mangold
  • Schokolade
  • Kakao
  • Grüne Bohnen
  • Petersilie

Purine fördern die Bildung von Harnsäuresteinen. Wer an diesem Typ der Nierensteine leidet, sollte deswegen folgende Lebensmittel sparsam konsumieren:

  • Fleisch und Fleischprodukte
  • Geflügel
  • Innereien
  • Fisch: vor allem Thunfisch, Sardinen, Hering und Muscheln
  • Hülsenfrüchte
  • Soja

Für Patienten der Harnsäuresteine gilt außerdem: Alkoholkonsum in Maßen. Vor allem Bier, ob alkoholhaltig oder nicht, enthält eine hohe Menge an Purinen. Auch bei anderen alkoholischen Getränken sollte nicht zu mehr als einem Glas pro Tag gegriffen werden.

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