Neue Behandlungserfolge bei Herzschwäche mit Stammzelltherapie?

Die Stammzelltherapie kommt in der Regel bei Krebserkrankungen zum Einsatz, wo sie zumeist sehr gute Behandlungserfolge erzielen kann. Darüber hinaus kommt sie aber auch bei einer Vielzahl anderer Erkrankungen zur Anwendung. Dazu gehören insbesondere Blut- oder Stoffwechselerkrankungen, aber auch schwere Sportverletzungen. Seit wenigen Jahren wird zudem erforscht, ob die Therapieform auch bei Herzschwäche erfolgreich angewendet werden kann. Doch worum handelt es sich bei der Stammzelltherapie genau und wie könnte sie bei Herzschwäche helfen?

Das Verfahren der Stammzelltherapie

Die Stammzelltherapie beruht auf der Anwendung von Stammzellen. Diese sind noch nicht ausgereifte Zellen des Körpers, die sich grundsätzlich in alle Zell- oder Gewebetypen des menschlichen Körpers entwickeln können. Dabei sind sie vor allem als embryonale Stammzellen im Embryostatus, aber auch als adulte Stammzellen nach der Geburt im menschlichen Körper vorhanden. Aufgrund ethischer und rechtlicher Bedenken ist in Deutschland und vielen anderen Ländern jedoch nur die Forschung und Therapie mit adulten Stammzellen erlaubt. Diese haben jedoch weniger Möglichkeiten – das sogenannte Differenzierungspotential – sich in alle Zelltypen zu verwandeln. Dabei kommen vor allem bei der Therapie von Leukämie gegenwärtig hauptsächlich Stammzellen aus dem Knochenmarkgewebe zum Einsatz, die hier typischerweise von einem geeigneten Spender gewonnen werden. Durch das Einbringen der Stammzellen erhält der erkrankte Organismus schließlich neue Zellen, die ihn bei der Regeneration beispielsweise von geschädigtem Gewebe unterstützen und den Mangel an körpereigenen Stammzellen ausgleichen.

Herzschwäche und ihre Ursachen

Bei einer Herzschwäche – auch als Herzmuskelschwäche oder Herzinsuffizienz bezeichnet – verliert das Herz, das im Wesentlichen aus Muskelzellen besteht, insgesamt an Kraft. Es ist dann nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut durch den menschlichen Organismus zu transportieren. In der Folge werden die Organe nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgt. Eine Herzschwäche ist dabei zwar eine typische Folge des allgemeinen Alterungsprozesses, kann jedoch auch durch bestimmte Grunderkrankungen sowie einen ungesunden Lebensstil begünstigt oder sogar hervorgerufen werden. Zudem entsteht eine chronische Herzschwäche auch nach einem Herzinfarkt, bei dem innerhalb weniger Stunden bis zu einer Milliarde Herzmuskelzellen absterben können.

Stammzellentherapie bei Herzschwäche

Da sich Muskelzellen – insbesondere bei Sportverletzungen – selbst heilen können, stellt sich die Frage, warum das Herz als Muskel diese Fähigkeit nicht besitzt und weshalb schwere Schäden hier irreparabel sind. Insofern wird seitens der Wissenschaft vermutet, dass das Herz keine eigenen oder zu wenige Stammzellen besitzt, die den Heilungsprozess vorantreiben könnten. Daher erscheint es folgerichtig, das Herz bei einer Schwäche durch die Zugabe von Stammzellen mit der Regeneration zu unterstützen. Bei den Versuchen, die hierzu bislang durchgeführt wurden, bleiben die Erwartungen jedoch hinter den Ergebnissen zurück. So konnte bei entsprechenden Studien nur eine Erhöhung der Pumpleistung von bis zu 14 % verzeichnet werden. Dies ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass sich die Stammzellen zwar nicht in das Muskelgewebe des Herzens integrieren, vor ihrem Absterben jedoch Wachstumsstoffe freisetzen konnten, die wiederrum die Regeneration des Herzgewebes unterstützten. Damit kann eine Stammzelltherapie bei Herzschwäche bislang nicht als erfolgreiche Standardtherapie angesehen werden. Es bleibt abzuwarten, ob es den Forschern gelingt, das Absterben der Stammzellen zu verhindern und die Stammzelltherapie zu einer erfolgreichen Therapie bei Herzschwäche auszubauen.

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