Grippe und Corona: Der Direktvergleich und wie Sie sie unterscheiden

Aktuell machen Covid-19 und Influenza (die herkömmliche Grippe) gleichzeitig die Runde und sorgen für viel Gesprächsstoff und Verunsicherung. Doch wie erkennt man, um welches Virus es sich handelt, wenn Krankheitssymptome auftreten?

Aktuelle Lage

Das Coronavirus breitet sich zurzeit global immer weiter aus. Deutschland gehört zu den Regionen, die am stärksten mit dem Virus zu kämpfen haben. Am Nachmittag des 10. März lag die Zahl der bestätigten Fälle bereits bei 1288. Bislang existiert kein Heilmittel gegen Corona, obwohl bereits seit einiger Zeit fieberhaft danach geforscht wird. Diese Tatsache lässt die Angst vor dem Kontakt mit dem Virus bei vielen Menschen ins Unermessliche steigen. Eine Ansteckung mit Covid-19 führt zu Grippe-ähnlichen Beschwerden. Ohne Test ist es schwer zwischen einer herkömmlichen Grippe und dem Coronavirus zu unterscheiden – oder zu sagen, ob es sich möglicherweise nur um eine kleine Erkältung handelt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat deshalb kürzlich die wichtigsten Merkmale veröffentlicht, die Covid-19 von einer Grippe oder Erkältung unterscheiden.

Verbreitungsweg, Vorbeugung und Inkubationszeit

Grippe und Coronavirus werden beide durch Tröpfcheninfektion oder auch direkten Kontakt übertragen, beispielsweise durch Erreger auf häufig benutzten Oberflächen wie Türen- und Fenstergriffen, Computertastaturen oder Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die beiden Viruserkrankungen erfordern auch die gleichen Präventionsmaßnahmen. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen, Abstandhalten zu erkrankten Personen und Husten/Niesen in ein Taschentuch oder die Armbeuge sind obligatorisch. Der einzige Unterschied besteht hierin, dass gegen die Grippe ein wirksamer Impfschutz existiert und durch diesen ebenfalls effektiv vorgesorgt werden kann – gegen Corona leider (noch) nicht.
Vom ersten Kontakt mit Grippeviren bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert es meist nur drei Tage. Covid-19 kann sich hingegen erst nach fünf oder sechs Tagen oder sogar noch später durch erste Symptome bemerkbar machen.

Ansteckungsgefahr

Die zwei Viren gelten als höchst ansteckend. Dem aktuellen Wissensstand zufolge kann eine Infektion mit Coronaviren jedoch nur erfolgen, wenn der Betroffene bereits Symptome aufweist. Ein/zwei Tage vorher kommt es nur selten zu einer Weitergabe der Viren. Bei Grippe ist die Ansteckungsgefahr allerdings viel größer, denn hier kann man sich auch durch Personen infizieren, die noch rein gar nichts von ihrer Erkrankung bemerken und dementsprechend noch keine Vorkehrungen treffen konnten.
Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2, das eine Covid-19-Erkrankung zur Folge haben kann, wird dem aktuellen Kenntnisstand der WHO zufolge dennoch an mehr Personen übertragen als das Grippevirus. Dies liegt vor allem daran, dass es sich in sehr hoher Dichte direkt im Rachenraum einnistet und von dort aus einen kurzen Übertragungsweg hat. Dadurch kommt es zu dem erschreckenden Schnitt von durchschnittlich 2,5 Ansteckungen pro Fall in Deutschland.
Krankheitsverlauf
Covid-19 und Grippe können jeweils beide sehr unterschiedlich verlaufen. Manche Betroffenen merken kaum ein einziges Symptom, während die Infektion andere das Leben kostet. Aktuell scheint das Coronavirus allerdings viel öfter schwer zu verlaufen. 15 Prozent der Erkrankten müssen sich in ein Krankenhaus begeben, fünf Prozent sogar künstlich beatmet werden. Zahlen zur Letalität, Todesrate, etc. werden derzeit jedoch nicht viele preisgegeben. Den Fachleuten zufolge müsse man mit solchen Äußerungen aktuell extrem vorsichtig sein. Die Zahlen liegen vermutlich aber auch höher als bei Influenza. Es wird von einer Todesrate von über einem Prozent ausgegangen. Dabei gehören besonders ältere Menschen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem zu den Risikogruppen. Kinder, die oft Hauptüberträger von Influenza sind, scheinen von Covid-19 eher selten betroffen zu sein.
 
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Symptome und Unterscheidung

Die meisten Beschwerden teilen sich Influenza und Covid-19 zwar, es gibt allerdings ein paar kleine Unterschiede. Zu einer reinen Unterscheidung anhand dieser Anzeichen rät die WHO allerdings ab. Dies ist nicht verlässlich. Von einer simplen Erkältung ist Covid-19 hingegen einfach abzugrenzen.
Bei beiden Virenerkrankungen kommt es zu Fieber und trockenem Husten. Handelt es sich dagegen um eine einfache Erkältung, tritt entweder kein Husten oder feuchter auf. Auch Niesen und Halsschmerzen sprechen für eine Erkältung und treten üblicherweise weder bei Influenza noch bei Covid-19 auf. Zu Schnupfen kann es immer kommen, er macht sich allerdings ebenfalls meist im Rahmen einer Erkältung breit.
Gliederschmerzen sprechen für eine Erkältung oder Grippe, bei Corona kommt es nur selten dazu. Kopfschmerzen und Müdigkeit sind hingegen Zeichen für Influenza und treten nur selten bei Erkältungen oder Corona auf. Kurzatmigkeit tritt hingegen ausschließlich beim Coronavirus auf und spricht mit anderen der genannten Symptome für eine Infektion mit SARS-CoV-2.

Das ist im Fall zu tun

Nur auf Basis der Beschwerden lassen sich die zwei Virentypen demnach nicht sicher voneinander unterscheiden. Sollten Sie Symptome bemerken, melden Sie sich zunächst telefonisch bei Ihrem Arzt und informieren Sie Ihn über Ihre Beschwerden und darüber, ob Sie Kontakt zu einem Corona-Patienten hatten oder sich in einem der Risikogebiete aufgehalten haben.
Daneben wird empfohlen die sich stetig aktualisierenden Informationen zu verfolgen und die entsprechenden Leitlinien zu befolgen. Es ist nun möglich sich bereits bei leichten Grippesymptomen einfach telefonisch bis zu einer Woche krankschreiben zu lassen. Diese Regelung ist nun mindestens bis 5. April 2020 in Kraft.

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