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Ärzte zwiegespalten: Hilft oder hindert Google?

von redaktion Posted on 13.06.2016 18:3605.07.2016 12:50

Kopfschmerzen, Fieber und Übelkeit. Statt zum Arzt zu rennen, greift der moderne Bürger zum Smartphone und tippt seine Symptome bei Google ein. Innerhalb von wenigen Sekunden steht fest: Das sind die typischen Symptome einer Grippe. Oder doch einer bakteriellen Infektion? Oder sind es die ersten Anzeichen von Krebs? Vielleicht kann Google ein langjähriges Medizinstudium doch nicht ersetzen…

Der Informationsanspruch des Bürgers

Dieser Artikel wird im Internet veröffentlicht. Dort, wo jeder beliebiger Internetbenutzer Zugang zu allen möglichen Informationen hat. Dies führt dazu, dass normale Bürger es für selbstverständlich halten, über das Internet kostenlos und schnell Antworten auf ihre Fragen zu finden, inklusive Gesundheitsfragen. Die Medizin ist nicht mehr Sache eines geschlossenen Kreises von Herrn Doktoren, die sich ausschließlich im Fachjargon ausdrücken. Jeder kann die Symptome von Krebs, Lupus, AIDS, etc. per Mausklick erfahren.

Der Sicherheitsanspruch des Bürgers

Werden Ärzte denn bei einem solchen Stand der Informationsverbreitung dann tatsächlich noch gebraucht?

Kopfschmerzen, Fieber und Übelkeit können darauf hinweisen, dass man an einer Grippe leidet. Genauso gut könnten dies jedoch die Anzeichen einer Blinddarmentzündung sein. Was nun? Tee trinken und ausruhen oder sofort zum Krankenhaus bevor der Blinddarm explodiert?

Der menschliche Körper ist sehr komplex. Daraus folgt, dass der Umgang mit dem Körper auch sehr komplex ist. Dieselben Symptome können Anzeichen von unterschiedlichen Krankheiten sein, die unterschiedliche Heilmethoden erfordern. Außerdem ähneln sich die Symptome von verschiedenen Krankheiten. Die multiple Sklerose kann von den Symptomen her mit Lupus oder Lyme-Borreliose verwechselt werden. Eine Fehldiagnose kann in solchen Fällen tödlich sein.

Die Fachkenntnis des Arztes 

Ärzte bringen etwas ins Spiel, das Google nicht hat: Erfahrung, Intuition und Fachwissen. Das langjährige Medizinstudium und die Praxiserfahrung können mit einem doch-so-detaillierten Wikipedia Eintrag nicht verglichen werden. Im Gegensatz zu einer Suchmaschine kann sich der Arzt mit dem Patienten unterhalten und genau den Ursachen der Krankheit nachgehen. All die persönliche Information, die ein Arzt in einem Gespräch sammelt, hilft bei der Diagnose. Alter, Aufenthaltsort, klinische Geschichte, Vorfälle in der Familie: das muss bei der Diagnose mitberücksichtigt werden! So eine umfassende Leistung kann das Internet noch nicht bieten.

Dem Arzt zu Hilfe kommend

Schließen sich Ärzte und Suchmaschinen denn gänzlich aus? Selbst Ärzte sind nur Menschen und jeder Mensch kann ein wenig Hilfe gebrauchen. Es gibt tausende von Krankheiten, die bei einer handvoll Symptomen in Betracht kommen. Suchmaschinen können den Ärzten bei der Präzisierung der Diagnose zur Hilfe kommen. Je nach Alter, Aufenthaltsort und Vorkommensrate können Ärzte eine Liste der am wahrscheinlichsten in Betracht kommenden Krankheiten aufstellen. Solch ein Service bietet Symptoma, eine nur für Ärzte zur Verfügung stehende Suchmaschine, an. Aufgrund einer umfassenden Datenbank kann die Suche nach der dem Patienten anfallenden Krankheit durch diese Suchmaschine präzisiert werden.

Die Zusammenarbeit der traditionellen Medizin mit der neuesten Technologie

Suchmaschinen und Ärzte schließen sich nicht gegenseitig aus. Sie komplementieren einander. Jedem Bürger sollte jedoch klar sein: eine einfache Suche im Internet wird nicht mit Sicherheit aufklären können, woran er jetzt leidet. Spezialisierte Suchmaschinen können jedoch zu einer besseren und sicheren Diagnose führen.

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