Krankenkassen weisen Honorarerhöhungen der Ärzte als unrealistisch zurück


Die Ärzte fordern 3,5 Milliarden Euro mehr Geld, zugesprochen wurden ihnen allerdings nur 270 Millionen Euro. Nun drohen die Mediziner mit einem Streik. Am heutigen Montag kommt es zur zweiten Verhandlungsrunde.

Die Ärzte in Deutschland fordern mal wieder mehr Geld. So wollen die Mediziner hierzulande 11 Prozent mehr an Honorar. Die gesetzlichen Krankenkassen wollen den Ärzten allerdings nur 0,9 Prozent gewähren. Immerhin bedeuten 11 Prozent mehr Geld 3,5 Milliarden Euro, was pro Arzt etwa 20.000 Euro bedeutet.

Unrealistische Forderung

Daher riefen die Krankenkassen die Mediziner zur Mäßigung auf, so der Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung, Florian Lanz, in einem aktuellen Interview. „Eine solch hohe Summe ist von Anfang an unrealistisch gewesen“, betonte der Sprecher in dem Interview weiter.

Ein Schlichter hatte den Ärzten für das kommende Jahr ein Plus von 270 Millionen Euro zugesprochen. Die Krankenkassen hatte hingegen eine Kürzung von mehr als zwei Milliarden Euro gefordert. Der Bewertungsausschuss soll am heutigen Montag ein weiteres Mal tagen. Im Ausschuss sitzen Vertreter beider Seiten.

Krankenkassen Mitschuld am drohendem Streik

Die Ärzte wollen sich allerdings nicht mit den 270 Millionen Euro zufrieden geben und drohten in der Zwischenzeit mit Streik. Der Bundesgesundheitsminister, Daniel Bahr, hat den Krankenkassen an dem drohenden Ärztestreik eine Mitschuld gegeben. „Die Krankenkassen hätten mit ihren überzogenen Kürzungsforderungen den Unmut der Ärzte auf sich gezogen“, so Bahr in einem Interview mit der „Bild“- Zeitung.

Zudem stellte der Minister auch klar, dass sein Ministerium nur die Rechtsaufsicht habe, aber nicht in die Verhandlung zwischen Ärzte und Krankenkassen eingreifen könne. Derzeitig wird noch über den Orientierungswert für das Ärztehonorar verhandelt. Leistungsmengen und regionale Abweichungen sind hier noch nicht berücksichtigt.

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