Studie: Empathischer Stress ist ansteckend


Der Fernseher ist des Deutschen liebster Zeitvertreib. Viele schauen fern um abschalten zu können, doch dies ist nicht immer die beste Möglichkeit den Stress loszuwerden, denn eine aktuelle Studie hat herausgefunden, dass der Stress aus dem TV auf den Zuschauer übertragen werden kann.

Getreu dem Motto „einschalten, um abzuschalten“ verbringen viele Menschen in unserem Land den größten Teil ihres Feierabends vor dem TV. Doch der Stress, den die Protagonisten der abendlichen Krimisendung durchmachen müssen, kann auch schnell mal auf den Zuschauer überspringen.

Nicht nur Gähnen, sondern auch Stress im Fernsehen kann in manchen Fällen höchst ansteckend sein. Wer selbst entspannt ist, für den kann es am Abend vor dem Fernseher sehr stressig werden, wenn er einer anderen Person in einer angespannten Situation zuschaut. Selbst über den bei einer Videoübertragung ist dieser Effekt wissenschaftlich nachweisbar.

Bei 26 Prozent der Beobachter stieg der Stresspegel

Allein die Beobachtung reicht in vielen Fällen aus, damit der eigene Körper das Stresshormon Kortisol ausschütte, betont ein Team von deutschen Wissenschaftlern vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in der ostdeutschen Stadt Leipzig und Clemens Kirschbaum von der Technischen Universität Dresden in einer im Journal „Psychoneuroendocrinology“ veröffentlichten aktuellen Untersuchung.

Die deutschen Forscher nennen das „empathischen Stress“. Bei einem Stresstest mussten die Testpersonen zum Beispiel schwierige Rechenaufgaben im Kopf lösen und stressige Bewerbungsgespräche meistern. Bei durchschnittlich 26 Prozent der Beobachter stieg daraufhin der Kortisolwert deutlich an.

Stress kann auf Zuschauer übertragen werden

Waren die Zuschauer in einer partnerschaftlichen Beziehung mit den Probanden verbunden, so reagierten mindestens 40 Prozent auf diese Weise. Bei fremden Personen sprang der Stress immerhin noch auf gut zehn Prozent der Zuschauer über.

Konnten die Zuschauer das Geschehen live verfolgen, reagierten 30 Prozent der Zuschauer gestresst. Über einen Bildschirm waren es den Angaben der Forscher zufolge immerhin noch 24 Prozent.
„Das bedeutet, dass selbst Sendungen im Fernsehen, die mich mit dem Leid anderer Menschen konfrontieren, den Stress auf mich übertragen können“, erklärte die Wissenschaftlerin Veronika Engert vom Max-Planck-Institut.

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