Studie: Warum Männer und Frauen unterschiedlich ticken


Bei jungen Frauen steigt in der Pubertät die Gehirnblutung deutlich an, was sie sozialer, aber auch anfälliger für psychische Erkrankungen wie Depressionen macht. Das haben US- amerikanische Forscher in einer aktuellen Studie herausgefunden. Weitere Studien sollen nun folgen.

Männer und Frauen sind von Grund auf verschieden, der Grund dafür soll auch in ihren Gehirnen liegen, dass wollen Wissenschaftler zumindest in aktuellen Untersuchungen herausgefunden haben. So unterscheidet sich in der Pubertät zumindest die Hirndurchblutung bei Mädchen und Jungen. Dies könnte eine Erklärung dafür sein, warum Frauen zwar sozialer sind, aber auch häufiger an Depressionen erkranken.

900 Jugendliche von Wissenschaftlern untersucht

So fanden die Wissenschaftler im Rahmen einer Studie heraus, dass sich die Gehirne von Jungen und Mädchen gegensätzlich entwickeln. Wie die Wissenschaftler herausfanden, wird das weibliche Gehirn ab diesem Zeitpunkt deutlich besser durchblutet als das Gehirn der Männer. In bestimmten Gehirnregionen fanden die Wissenschaftler deutliche Unterschiede bei den beiden Geschlechtern.

Das könnte auch mit der Anfälligkeit für psychische Erkrankungen zusammenhängen, erklären die US- amerikanischen Wissenschaftler in ihrem aktuellen Bericht. Um herauszufinden wie die stärkere Durchblutung bei Frauen zustandekommt, maßen die Wissenschaftler in ihrer Studie bei über 900 Jugendlichen im Alter von acht bis 22 Jahren die Blutströme in unterschiedlichen Phasen der Pubertät mit einem MRT.

Ab einem Alter von 16 Jahren ändert sich alles

Das Ergebnis: Bis zu einem Alter von ungefähr 12 Jahren sank die Gehirndurchblutung bei Mädchen und Jungen gleichermaßen. Im Vorfeld war schon bekannt, dass die Durchblutung des menschlichen Gehirns während des Kindesalters abnimmt. Im Erwachsenenalter nimmt die Durchblutung gut um die Hälfte ab.

Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern fanden die Forscher in einem Alter von ungefähr 16 Jahren heraus. Bei den Jungen nahm die Durchblutung weiter ab, während sie bei den Mädchen leicht zunahm. Im weiteren Verlauf der Pubertät verstärkte sich dieser Effekt sogar. Der Effekt betraf vor allem die Gehirnregionen die mit dem Sozialverhalten und der Regulierung von Emotionen verknüpft sind.

Probleme erkennen, bevor Krankheiten entstehen

Die neuen Ergebnisse könnten nun dabei helfen, psychische Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen besser zu verstehen, schreiben die Wissenschaftler weiter in ihrem Bericht. Weitere Studien sollen nun herausfinden, ob die erhöhte Gehirndurchblutung bei jüngeren Frauen mit dem erhöhten Risiko einhergeht, an Angst- und Effektstörungen zu erkranken.

Die neu veröffentlichte Studie könnte außerdem der erste Schritt zur Erstellung von Wachstumstabellen für normale Hirnentwicklung sein. An ihnen könnte man unter Umständen schon mögliche Probleme erkennen, bevor sie zu schweren Krankheiten führen, heißt es zum Abschluss des aktuellen Berichts.

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