Diabetes Typ 1: Wissenschaftler entwickeln neue Therapie ohne Insulin spritzen


Patienten mit Diabetes Typ 1, könnten vielleicht in naher Zukunft auf eine neue Therapie zurückgreifen, bei der es nicht mehr nötig ist, sich jeden Tag Insulin zu spritzen. Allerdings ist noch ein weiter Weg bis zur Marktreife.

Mehrere hunderttausend Menschen leiden allein in Deutschland an Diabetes Typ1. Sie müssen sich täglich Insulin spritzen, doch ein neuer Therapieansatz aus den USA könnte dies bald überflüssig machen. Mit einem vereinfachten Verfahren haben Wissenschaftler Hautzellen zu Insulin- produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse umprogrammiert, zumindest bei Mäusen.

In dem neuen Verfahren umgingen die Forscher den Schritt, die Zellen im Vorfeld zu pluripotenten Stammzellen zu verjüngen und vermieden somit das damit verbundene Tumorrisiko. Die Wissenschaftler hegen laut ihrem Bericht die Hoffnung, Diabetes Typ 1 so eines Tages heilen zu können.

Täglich Insulin spritzen

Diabetes Typ 1 entsteht, wenn das Immunsystem des Körpers die Beta- Zellen in der Bauchspeicheldrüse komplett zerstört, die das Hormon Insulin produzieren. In Deutschland leben etwa 300.000 Menschen, die an Typ 1 erkrankt sind und müssen sich ein Leben lang Insulin spritzen, um ihren Blutzuckerspiegel zu kontrollieren.

Daher wäre es deutlich besser, wenn die Patienten, wieder selber Insulin produzieren könnten, mit eigenen Zellen und ohne Gefahr einer Abstoßreaktion.

Experimente in Petri- Schale geglückt

In der Studie verjüngten die Wissenschaftler im ersten Schritt mit einem chemischen Cocktail bei Mäusen bestimmte Hautzellen. Aus diesen Hautzellen können unterschiedliche Organe wachen, zum Beispiel die Bauchspeicheldrüse. Im zweiten Schritt transformierten die Wissenschaftler ebenfalls mit einem chemischen Cocktail die Zellen zu Zellen die Pankreas- Zellen ähneln.

Sie wollten herausfinden, ob die Zellen ähnlich reiften, wie zum Beispiel die Beat- Zellen und sie somit Insulin produzieren könnten. In der Petri- Schale sahen die ersten Experimente sehr vielversprechend aus, wie die Forscher betonten. Im Anschluss wurden die Zellen Mäusen mit Diabetes eingepflanzt.

Insulin wurde produziert

Nach einer Woche sanken dann die Glukosewerte. Als die Wissenschaftler die Zellen dann wieder entnahmen, stieg der Blutzuckerspiegel wieder an. Acht Wochen nach der Transplantation untersuchten die Wissenschaftler die Zellen und stellten fest, dass die neuen Zellen Beta- Zellen entstehen ließen, die Insulin produzierten.

Die Forscher nehmen an, dass dieses Verfahren eines Tages wirklich als Therapie dienen könnte. Zudem zeigte die neue Studie auch, dass sich dadurch das Tumorrisiko senken lasse. Zwar lassen sich mit dem neuen Verfahren Beta- Zellen gewinnen, allerdings ist die Effizienz noch zu gering.

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