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Sexuelle Aktivität im Alter kann vor Krebs- und Herzerkrankungen schützen

wiesner@symptoma.com' von Annemarie Posted on 04.09.2019 17:0229.06.2020 15:16

Eine neue Studie des University College London hat gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen einem schlechten Gesundheitszustand und geringer sexueller Aktivität bei älteren Personen gibt. Ein abnehmendes Sexualleben begünstigt demnach die Entwicklung von gesundheitlichen Problemen und ernsten Krankheiten wie Krebs- und Herzerkrankungen. Die Untersuchungsergebnisse sind in dem englischsprachigen Fachjournal „Archives of Sexual Behavior“ erschienen.

Älter und kränker

Die Lebenserwartung in den wohlhabenden Teilen der Welt ist innerhalb der letzten Jahrzehnte drastisch angestiegen. Mit dieser Entwicklung ergibt sich jedoch auch eine Zunahme der Zeit, in der gesundheitliche Defizite und Behinderungen auftreten können. Die englischen Wissenschaftler zielten bei ihrer Forschungsarbeit darauf ab herauszufinden, ob das Sexualleben ein Schlüsselverhalten darstellt, das im fortgeschrittenen Lebensalter einen Effekt auf die Gesundheit hat. Generell wird vermutet, dass Menschen mit den Jahren asexuell werden und das sexuelle Interesse, sowie die Fähigkeit für Sex schwinden. Auf Grund dessen ist es von großer Bedeutung zu untersuchen, ob sich die sexuelle Aktivität auf die Gesundheit auswirkt.

Studiendetails

Für die Untersuchung wurden die Daten einer englischen Längsschnittstudie zur Alterung (ELSA) von vier Jahren (2013-2017) ausgewertet. Die Probanden waren männliche und weibliche Engländer im Alter von 50 Jahren oder älter. Das Forschungsteam plante die Gesundheit, den Lebensstil, sowie die finanzielle Situation von Personen mit fortschreitendem Alter zu analysieren. Insgesamt wurde Daten von mehr als 5.700 Teilnehmern analysiert. Dabei konnte erkannt werden, dass Männer ab dem 50. Lebensjahr weniger sexuell aktiv sind und gleichzeitig ein um zwei Drittel höheres Risiko aufweisen, eine ernste Krankheit zu entwickeln.
Frauen, deren Sexualleben nicht mehr besonders intakt war, wiesen zudem ein 64 Prozent höheres Risiko für diverse Krankheiten auf. Es gab allerdings keinen signifikanten Anstieg der Wahrscheinlichkeit für schwere Erkrankungen.
Bei sexuell wenig aktiven Männern war das Krebsrisiko wiederum um 63 Prozent erhöht. Für chronische Erkrankungen lag das Risiko bei 41 Prozent höher. Männer, die von einem nachlassenden Sexualtrieb berichtet hatten, wiesen darüber hinaus ein 33 Prozent höheres Risiko für die koronare Herzkrankheit auf, verglichen mit Männern mit stabilem sexuellem Verlangen. Sexuell weniger aktive Männer verfügten zudem über ein 47 Prozent höheres Risiko, dass sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert. Waren die Männer von Erektionsstörungen betroffen, so war das Risiko sogar um 66 Prozent erhöht.
Eine Abnahme der Sexualität, inklusive des Sexualtriebes, der Aktivität, sowie der Erektionsfähigkeit, war wurde somit mit zahlreichen gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht. Die Häufigkeit von Geschlechtsverkehr und sexueller Aktivität ging bei Männern und Frauen mit einem Einbruch der selbst bewerteten Gesundheit einher.
Diesem Phänomen liegen körperliche Prozesse zugrunde. Beim Geschlechtsverkehr werden Endorphine ausgeschüttet, Opioide, die als Neurotransmitter dienen. Sie werden oftmals auch Glückshormone genannt, weil sie für einen „Glücksschub“ sorgen. Dies erweist dem Körper einen regelrechten Gefallen: Ist der Endorphinspiegel im Körper erhöht, können zum Beispiel Krebszellen leichter abgetötet werden. Erhöhte Endorphinwerte können daher zu einem verminderten Risiko für Krebs oder Infektionen führen. Des Weiteren ist Sex Bewegung und kann durchaus als Sport eingeordnet werden – mit all seinen Vorteilen.

Gültigkeit der Erkenntnisse

Bei dieser Untersuchung handelt es sich um die erste, die Quer- und Längsschnittassoziationen zwischen einer geringeren Sexualität und gesundheitlichen Probleme im Rahmen einer weiten repräsentativen Stichprobe älterer Personen analysierte. Das Ausmaß der Stichprobe, sowie die Anpassung an mehrere soziodemografische und gesundheitsbezogene Störfaktoren, unterstützen die Validität der Studienergebnisse.

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