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PIP: Allianz muss Schadensersatz an Opfer zahlen

von redaktion Posted on 20.06.2012 06:32

Der deutsche Versicherer Allianz muss für Schäden durch die Billig- Brustimplantate von PIP aufkommen. Mittlerweile verurteilten zwei französische Gerichte den Versicherer zu Zahlung von mehreren 10.000 Euro.

Erst gestern hatten wir darüber berichtet, dass die Brustimplantate der Firma PIP nicht gesundheitsgefährdend sind. Dennoch fragen sich hunderte von geschädigten Frauen wer für den Schaden aufkommen muss. Mit dieser Frage beschäftigte sich nun auch ein französisches Gericht und fällte auch gleich ein wegweisendes Urteil.

Wie das Gericht in Lyon jetzt erklärte, muss der deutsche Versicherer Allianz für die Schäden der fehlerhaften Brustimplantate aufkommen. Das Gericht verdonnerte das Unternehmen zu einer Zahlung von 19.650 Euro an eine geschädigte Frau. Die Richter hatten in dem Verfahren festgestellt, dass die Allianz als Versicherer von PIP für die Schäden aufkommen muss.

Versicherer sieht sich als Opfer

Der Versicherer sieht sich hingegen als Opfer eines Betruges durch das Unternehmen PIP und will jetzt prüfen, ob es gegen das Urteil in Revision gehen kann. Das Urteil von Lyon war allerdings schon das zweite gegen den deutschen Versicherer. Bereits im Januar hatte ein anderes französisches Gericht das Versicherungsunternehmen zu einer Zahlung in Höhe von 4000 Euro verurteilt.

Auch eine Forderung seitens der Allianz vor dem französischen Handelsgericht wies dieses postwendend zurück. Die Allianz hatte die Verträge mit PIP für nichtig erklärt, weil das Unternehmen PIP den Versicherer bewusst getäuscht habe.

Firmengründer verhaftet

Die Firma PIP wurde in der Zwischenzeit schon aufgelöst. Im Vorfeld hatte das Unternehmen hunderttausende Brustimplantate verkauft, die mit billigem Silikon gefüllt waren. Durch das billige Silikon rissen die Brustimplantate schneller und verursachten Entzündungen bei ihren Trägerinnen. Sogar Krebs soll durch das billige Silikon verursacht wurden sein.

Der 72 Jahre alte Firmengründer Jean- Claude Mas wurde Anfang März von der Polizei verhaftet. Er hat inzwischen zugegeben, seit dem Jahr 1995 75 Prozent seiner Brustimplantate mit Billig- Gel gefüllt zu haben. Diese mischte er mit Industriesilikon. Allerdings hält Mas seine Implantate nicht für gesundheitsschädlich. Experten raten betroffene Frauen die Implantate wieder entfernen zu lassen.

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