Herzkreislauf-Erkrankungen trotz Blutdrucksenkern – Risiko bleibt hoch

Wieder einmal hat eine Forschungsarbeit gezeigt, dass Menschen mit Hypertonie (Bluthochdruck) vermehrt Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekommen. Die neuen Erkenntnisse sind allerdings aufschlussreich, denn der Studie zufolge ist das Risiko auch für Personen erhöht, die blutdrucksenkende Medikamente einnehmen.

Der größte Risikofaktor

Patienten können Bluthochdruck mit dem richtigen Lebensstil und den passenden Medikamenten gut händeln. Unbehandelt kann die Erkrankung Herzinfarkte und Schlaganfälle hervorrufen. Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums Essen haben jüngst untersucht, welche Personengruppen von diesen zwei kardiovaskulären Erkrankungen besonders häufig betroffen sind.
Der Deutschen Hochdruckliga zufolge stellt Bluthochdruck den größten Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar, welche wiederum die Liste der Todesursachen anführen. Mittlerweile ist Hypertonie weit verbreitet. Dies belegt unter anderem die Heinz Nixdorf Recall Studie, die seit dem Jahr 2000 am Universitätsklinikum Essen mit zufällig ausgewählten Personen aus Bochum, Essen und Mülheim a. d. Ruhr vorgenommen wurde. Bei dieser Forschung wiesen lediglich 48 Prozent der Probanden zwischen 45 und 75 Jahren normale Werte unterhalb von 140/90 mmHg auf. Mithilfe von Arzneimitteln konnte der Blutdruck bei etwa 16 Prozent auf Normwerte gebracht werden, bei weiteren 14 Prozent blieben die Werte allerdings erhöht. Stolze 22 Prozent litten an einer vollkommen unbehandelten Hypertonie. Dafür gäbe es diverse Gründe, unter anderem Unsicherheiten bezüglich Therapieempfehlungen und Unverträglichkeiten gegenüber Medikamenten.

Die Gefahr bleibt

Innerhalb der 14 Jahre der Beobachtung stellte sich heraus, dass alle Teilnehmer mit Bluthochdruck stets vermehrt Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekamen. Das Wichtigste jedoch: Das Risiko für Betroffene bleibt unverändert hoch, auch wenn sie blutdrucksenkende Medikamente einnehmen und diese gut eingestellt sind. Bei ihnen traten doppelt so oft Schlaganfälle und Herzinfarkte auf als bei Menschen mit normalem Blutdruck. Personen mit gut kontrolliertem Blutdruck entwickelten allerdings um 20 Prozent seltener kardiovaskuläre Erkrankungen als Personen mit einer vollständig unbehandelten Hypertonie. Die überraschenden Untersuchungsergebnisse wurden im Fachjournal „Hypertension“ publiziert.
Das Forschungsteam weist zudem auf die Bedeutung regelmäßiger Kontrolle hin. Es ist von größter Wichtigkeit, die Blutdruckwerte im Auge zu behalten und auf präventive Maßnahmen zurückzugreifen, da ein hoher Blutdruck vermutlich schon frühzeitig irreparable Schäden im Körper anrichtet.
 
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Natürliche Hilfsmittel

Für normale Blutdruckwerte ist ein gesunder Lebensstil essenziell. Für viele Betroffene heißt dies, ihre Gewohnheiten radikal zu ändern – doch der Aufwand lohnt sich allemal. Der Deutschen Hochdruckliga zufolge kann eine gesunde Lebensweise leichten Bluthochdruck bereits „heilen“. Patienten mit schwereren Ausprägungen der Hypertonie können durch einen Lebenswandel zumindest erreichen auf weniger Medikamente angewiesen zu sein. Für einen gesunden Lebensstil sind laut der Deutschen Hochdruckliga die folgenden Punkte besonders relevant: Ein normales Gewicht erreichen bzw. halten, möglichst wenig Alkohol und Kochsalz konsumieren und auf Nikotin verzichten. Darüber hinaus ist regelmäßige Bewegung wichtig, sowie eine gesunde ausgewogene Ernährung. Auch ein geregelter Alltag mit Erholungspausen gegen Stress wirkt effektiv.
Patienten mit schwerem Bluthochdruck sollten umgehend Arzneimittel zur Blutdrucksenkung einnehmen, bei einer leichten oder mäßigen Ausprägung der Krankheit sollten Betroffene jedoch zunächst die genannten Empfehlungen zur Lebensweise beherzigen.

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1 Comment
  • d.schuetze@o2online.de'
    Dieter Schütze
    22.11.2019 15:20

    Solche Untersuchungen beruhen immer auf Statistik. Das Problem ist aber, daß Ärzte keine Mathematiker sind. Es genügt nicht, Daten in SPSS einzugeben und sich dann zu wundern, welche Ergebnisse herauskommen. Ich würde dringend raten, daß Ärzte zwar diese Daten erheben können, die statistische Auswertung dann aber Datenanalysten übertragen wird.