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Politik

Praxen für Nicht- Versicherte schaffen Anreiz für Missbrauch

von redaktion Posted on 08.04.2014 13:2009.04.2014 09:31

Experten sehen immer größeren Missbrauch bei Arztpraxen mit kostenloser medizinischer Betreuung. Gedacht sind diese Praxen für Menschen ohne Krankenversicherung, wie zum Beispiel Obdachlose. Doch immer öfter nehmen auch Menschen diese Praxen in Anspruch, die krankenversichert sind.

Auch Menschen ohne gesetzliche oder private Krankenversicherung brauchen hin und wieder ärztliche Betreuung. Dafür gibt es Arztpraxen für Menschen ohne Krankenversicherung. Diese Praxen sind für Menschen ohne Krankenversicherung unverzichtbar. Doch aktuellen Angaben von Experten zufolge, bieten auch diese Praxen Anreiz für Missbrauch.

137.000 Menschen ohne Krankenversicherung

Zwar wird Menschen hier kostenlos geholfen, dennoch nehmen immer Menschen diese Praxen in Anspruch, die diese gar nicht benötigen. Besonders Selbstständige, die zwar finanziell Schwierigkeiten haben, aber nicht zur Gruppe der Bedürftigen zählen, gehören zu den Menschen die diese Praxen in Anspruch nehmen, obwohl sie es gar nicht müssten.

In Deutschland waren im Jahr 2011 etwa 137.000 Menschen ohne gesetzliche oder private Krankenversicherung. Obdachlose und Menschen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis sind in dieser Statistik allerdings nicht erfasst. Die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung dürfte aber in den letzten zwei Jahren etwas zurückgegangen sein.

Meistens Selbstständige ohne Krankenversicherung

Grund hierfür ist das Gesetzt zum Erlass der Beitragsschulden, dass im Sommer des letzten Jahres in Kraft trat und bis zum Ende des letzten Jahres Gültigkeit hatte. Den größten Teil der Nichtversicherten machen Selbstständige aus, bei denen es zurzeit nicht so gut laufe, aber die dennoch Vermögen wie Auto oder Haus besitzen.

Sie wollen oder können nicht alles auflösen und leben deshalb lieber ohne Krankenversicherung. Wenn sie die Option haben sich in Arztpraxen behandeln zu lassen, ist das eine gute Alternative. Dahinter steckt ein strukturelles Problem. So können sich Selbstständige ohne Gehaltsprüfung in der privaten Krankenversicherung versichern lassen.

Für Obdachlose sind die Praxen besonders wichtig

Daher fordern Experten strengere Richtlinien für die Aufnahme von Selbstständigen in die private Krankenversicherung. So sollten Selbstständige über mehrere Jahre hinweg ihr Einkommen nachweisen müssen, bis sicher ist, dass sie sich den Beitrag zur privaten Krankenversicherung auch dauerhaft leisten können.

Für Obdachlose und Menschen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis ist eine kostenlose ärztliche Betreuung im Gegensatz dazu unabdingbar. Menschen die arbeitslos sind und Hartz- IV empfangen müssen sich nicht an Praxen mit kostenloser ärztlicher Betreuung wenden, sie sind automatisch über die Agentur für Arbeit versichert.

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