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Bluthochdruck: Paradontitis als Risikofaktor entdeckt

von Stefan Dunky Posted on 31.03.2021 12:2631.03.2021 14:00

Zähneputzen wird schon von klein auf gelernt. Einer der Gründe ist das Verhindern gefährlicher Erkrankungen des Mundraums, wie beispielsweise Karies und Parodontitis. Bei letzterer handelt es sich um eine bakterielle Entzündung des Zahnfleisches, die mit einer irreversiblen Zerstörung des Zahnhalteapparats einhergeht. Sogar Knochenabbau kann mittels Röntgenbildern nachgewiesen werden. Nun kommt ein weiterer Risikofaktor hinzu, der durch die Erkrankung erhöht wird: Auch der Bluthochdruck steigt an.

Paradontitis kommt selten allein

Dabei ist ein Zusammenhang zwischen Paradontitis und anderen Erkrankungen nicht neu. Bereits mehrere Studien konnten nachweisen, dass Diabetiker mit schlecht eingestellten Blutzuckerwerten ein höheres Risiko für die Entstehung der Krankheit haben. Umgekehrt verhält es sich bei Alzheimer: Eine vorhandene Paradontitis kann wiederum diese Art der neurodegenerativen Erkrankung begünstigen oder gar auslösen. Aber auch das Risiko für eine Frühgeburt scheint deswegen höher zu sein. Meist bildet sich die Krankheit auf Basis einer bestehenden Zahnfleischentzündung (Gingivitis), welche unbehandelt zu Zahnausfall führen kann.

Entzündungsprozesse verantwortlich

Vermutet wurde jedoch ebenfalls ein Einfluss auf den Blutdruck, da die Zahnfleischerkrankung zahlreiche Entzündungsprozesse auslöst, auf die der Körper reagiert. Dieser Spur gingen die britischen Forscher mehr und mehr nach: „Bei Patienten mit Zahnfleischerkrankungen stellen wir oft einen erhöhten Blutdruck fest, insbesondere bei aktiver Zahnfleischentzündung oder Zahnfleischbluten“, meint dazu Studienautorin Eva Muñoz Aguilera vom University College London. Statistisch gesehen tritt Bluthochdruck bei einem Drittel der Bevölkerung auf, bleibt jedoch oft unbemerkt und deshalb unbehandelt. Dieser steigert unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie beispielsweise Schlaganfall und Herzinfarkt, welche teilweise sogar tödlich enden können.

Rauchen begünstigt Paradontitis

Für die Studie untersuchten die Forscher zwei Gruppen mit je 250 Personen, wobei eine Gruppe bereits mit einer schweren Parodontitis vorerkrankt war. Mithilfe der Anzahl der weißen Blutkörperchen und dem Gehalts C-reaktiven Proteins (CRP) konnte das Ausmaß der Entzündungsprozesse im Körper nachgewiesen werden. Bei der Datenerhebung wurden neben Alter, Geschlecht, körperliche Aktivität und Body-Mass-Index auch der Tabakkonsum der Teilnehmer berücksichtigt. Denn bereits vergangene Studien konnten Tabak als Ursache und Risikofaktor für die Zahnfleischerkrankung ausmachen. Nach Analyse der Ergebnisse konnte so ein um 3,4 mmHg erhöhter systolischer Blutdruck bei der Paradontitis-Gruppe festgestellt werden, der in 14 Prozent der Fälle über einem Wert von 140 gelegen hat. In der Kontrollgruppe hatten hingegen nur sieben Prozent der Studienteilnehmer einen ähnlich hohen Blutdruck.

Zahnfleischbluten erhöht bereits den Blutdruck

Zahnfleischbluten an sich kann schon zu einem hohen Blutdruck führen, sind sich die Forscher einig. Denn die vorliegenden Daten zeigen, dass Betroffene höhere Blutdruckwerte aufwiesen, obwohl noch keine Paradontitis feststellbar war. Weitere Studien konnten bereits einen kausalen Zusammenhang zwischen einer erfolgreichen Behandlung von Paradontitis und niedrigeren Blutdruckwerten nachweisen. Ein weiteres Problem sehen die Autoren im fehlenden Bewusstsein, was das Thema Blutdruck generell angeht: „Unsere Ergebnisse bestätigen auch, dass sich besorgniserregend viele Menschen ihrer möglicherweise erhöhten Blutdruckwerte nicht bewusst sind“, so Abteilungsleiter Francesco D’Aiuto vom University College London. Daher sollten Zahnärzte bei einer Behandlung unbedingt auch auf die Kontrolle des Blutdrucks verweisen. Vorsorgeuntersuchungen sowie regelmäßiges Zähneputzen werden des Weiteren als wirksame Gegenmaßnahmen gegen Paradontitis empfohlen, die wiederum das Bluthochdruckrisiko senken können.

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