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Cannabis fördert Motivation und Regeneration

wiesner@symptoma.com' von Annemarie Posted on 03.05.2019 13:2029.06.2020 15:17

Marihuana wird häufig nachgesagt müde und antriebslos zu machen – doch stimmen diese weit verbreiteten Vorurteile überhaupt? Eine aktuelle Studie gibt Auskunft darüber, wie sich der Konsum von Cannabis wirklich auf die körperliche Aktivität auswirkt.

Sport und Cannabis – ein Widerspruch?

Acht von zehn Marihuana-Konsumenten aus US-Staaten, in denen der Gebrauch von Cannabis legal ist, nutzen dieses direkt vor oder nach einer Sporteinheit. Die meisten von ihnen behaupten, ihre Motivation zu trainieren würde davon steigen. Zudem hätten sie mehr Freude an der Bewegung und würden sich schneller regenerieren. Aktuell ist Marihuana in zehn Bundesstaaten für den freizeitlichen Gebrauch, sowie in einigen Medikamenten zugelassen.
Im Rahmen einer kürzlich durchgeführten Studie der University of Colorado Boulder stellten Wissenschaftler schließlich fest, dass sich Marihuana tatsächlich positiv auf die Motivation zum Sport und die Regeneration nach dem Training auswirkt. Es handelt sich um eine der ersten Studien über die Zusammenhänge von Cannabiskonsum und körperlicher Aktivität. Die Untersuchungsergebnisse wurden in dem englischsprachigen Fachjournal „Frontiers in Public Health“ veröffentlicht.

Hartnäckiges Klischee als falsch entlarvt

Die meisten Menschen meinen, dass der Gebrauch von Marihuana die körperliche Leistungsfähigkeit einschränkt – bisher war noch wenig über die gesundheitlichen Auswirkungen bekannt. Diese Thematik rückt auf Grund der Debatte um die zunehmende Akzeptanz von Cannabis jedoch immer mehr in den Fokus.
Die aktuellen Untersuchungsergebnisse zeigen nun ganz klar, dass das genannte Vorurteil unwahr ist. Cannabiskonsumenten liegen nicht nur faul herum und haben keine Lust aktiv zu sein. Auch das Gerücht, dass Marihuana zu Fettleibigkeit führen kann, indem es Bewegungsmangel fördert, ist somit nichtig. Sogar das Gegenteil ist der Fall: Epidemiologischen Studien zufolge sind Cannabiskonsumenten eher schlank und weisen ein geringeres Diabetesrisiko auf. Auch ihre Blutzuckerwerte sind meist besser. Die Autoren der neuen Untersuchung betonen allerdings, dass dies im Umkehrschluss nicht bedeutet, dass Marihuana als Hilfsmittel für das Workout geeignet ist.

Die Studie im Detail

Während der Untersuchung wurden insgesamt 600 erwachsene Cannabiskonsumenten in Colorado, Kalifornien, Nevada, Oregon und Washington befragt. Auf die Frage, ob sie Marihuana innerhalb einer Stunde vor oder vier Stunden nach dem Workout anwendeten, antworteten 82 Prozent mit Ja. Dabei stellte sich heraus, dass die meisten Probanden nach dem Training auf Cannabis zurückgriffen, 67 Prozent sagten aus Marihuana sowohl vor als auch nach dem Sport zu nutzen. 70 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass dies zu einer höheren Bewegungsfreude führt, 78 Prozent berichteten von einer Verbesserung der Regeneration und 52 Prozent von einer gesteigerten Motivation.
Allerdings sagten nur 38 Prozent der Teilnehmer, dass sich ihre Leistung dadurch tatsächlich verbesserte. Kleine, ältere Studien haben teilweise sogar gezeigt, dass die Leistung eher abnimmt. Im Durchschnitt waren die Cannabiskonsumenten aber 43 Minuten pro Woche mehr aktiv als ihre Vergleichspartner, die kein Marihuana verwendeten.

Physiologischer Einfluss

Die Beobachtungen während der neuen Studie lassen darauf schließen, dass bestimmte Cannabinoide die Wahrnehmung von Schmerz eindämmen. Darüber hinaus sind die Rezeptoren, an welche sich Cannabis im Gehirn bindet, den Rezeptoren ähnlich, die während des Hochs beim Sport aktiviert werden. Kurzum bleiben die Cannabiskonsumenten dank der Schmerzlinderung und des künstlichen „Runner’s High“ also motivierter und können teils bessere Ergebnisse erzielen. Zudem wirkt Marihuana entzündungshemmend, was eine gesteigerte Regenerationsfähigkeit zur Folge haben kann.
Da nur Personen aus den USA, die regelmäßig Cannabis konsumieren, in die Studie miteinbezogen wurden, unterliegen die Umfrageergebnisse Einschränkungen. Es sind an der University of Colorado Boulder jedoch bereits weitere Forschungen auf diesem Gebiet in Arbeit.

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