Smartphone- App löst Verägerung bei den deutschen Medizinern aus


Zwei Berliner haben eine App entwickelt, die per Foto Hautkrankheiten erkennen soll. Das Foto wird mittels Software an einen Mediziner weitergeleitet. Binnen von 48 Stunden soll dann die entsprechende Antwort vorliegen. Doch die App ist zum einen nicht kostenlos und zum anderen befindet sie sich rechtlich in einer Grauzone.

Es kommen ja regelmäßig neue Apps für Smartphones heraus. Aber selten wurde eine App so kontrovers diskutiert wie dieses. Dabei handelt es sich um eine App die angeblich Hautkrebs erkennen soll. Die App ruft eine grundlegende Frage auf: Gibt es seriöse Internetmedizin? Die Entwickler der App rütteln jetzt an den Festen der ärztlichen Berufsordnung.

App befindet sich im juristischen Graubereich

Genau genommen kann die App keinen Hautkrebs erkennen, sondern macht nur von der verdächtigen Hautstelle ein Foto und leitet dieses dann weiter an einen Hautarzt in Deutschland. Im Höchstfall dauert die Antwort des Mediziners 48 Stunden, so versprechen die Erfinder der App. Die Technik stellt dabei das geringste Problem da.

Kopfzerbrechen bereitet den Medizinern viel mehr das geltende Recht, denn diese App befindet sich im juristischen Graubereich, wie auch Fachverbände und Ärztekammern betonen. Die beiden Berliner Erfinder glauben ganz fest an ihre Idee eines Internetportals für Hautkrankheiten. Der Sozialwissenschaftler und der Gesundheitsmanager haben sich mit Johannes Ring einen renommierten Facharzt mit ins Boot geholt.

Service ersetzt keine Behandlung

Zudem haben die beiden Erfinder der App auch eine neue Software für den Datentransfer entwickelt. So werben sie mit dem Slogan: Keine langen Wartezeiten beim Hautarzt für Routine- Termine mehr. Außerdem bietet die neue App auch eine Art Filterfunktion an.

Wer einen Fußpilz hat muss nicht unbedingt zum Hausarzt, erklären die Erfinder in einem Interview. Wer eine Gürtelrose hat, sollte aber ganz schnell einen Hautarzt aufsuchen. Wie die Erfinder weiter betonen, stellt ihr Service keine Behandlung da und die App ersetzt auch keinen Hautarzt. Vielmehr soll die App ein Angebot für Ratsuchende sein, die eine erste Orientierungshilfe benötigen.

Fernbehandlungsverbot in Deutschland

Einen Nachteil hat die App dann doch schon auf den ersten Blick, der Service ist natürlich nicht kostenlos. Zudem sprechen die beiden Erfinder bei ihrem Service auch von Handlungsempfehlungen. Die Ärztekammer der deutschen Hauptstadt Berlin konnten die Erfinder mit ihrem neuen Service aber nicht überzeugen.

Berufsrechtlich ist die App eigentlich verboten, weil es in Deutschland ein Fernbehandlungsverbot für Mediziner gibt, so ein Sprecher der Ärztekammer in einem aktuellen Interview. Zudem hat er auch Zweifel an der Qualität der Bilder sowie am Datenschutz. Er bezweifelt auch, ob der Service wirklich eine Hilfe für Patienten darstellt oder ob die Erfinder sich mit ihrem Service nur bereichern wollen.

Lieber einen Hautarzt fragen

Er empfiehlt allen Menschen mit verdächtigen Hautveränderungen lieber einen Hautarzt aufzusuchen. Die Berliner Ärztekammer will außerdem jetzt überprüfen, welche Berliner Mediziner mit wem den beiden Erfinder der App zusammenarbeiten.

Auch der Berufsverband der Deutschen Dermatologen regierte eher skeptisch auf diesen neuen Service. So hält selbst der Präsident, Klaus Strömer, relativ wenig von Diagnosen die nur anhand eines Fotos gestellt werden. So kann der Patient nicht zu seiner Vorgesichte befragt werden, so der Präsident weiter.

Deutsche Gesellschaft für Telemedizin begrüßt die App

Schon der Verdacht einer bösartigen Hauterkrankung hat einen hohen emotionalen Charakter. Er würde einen Patienten damit nur sehr ungern allein lassen, gibt er zu bedenken. Viel offener reagierte hingegen die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin.

Solange Mediziner in eine App involviert sind, ist gegen eine App dieser Art im Vorfeld nichts negatives zu sagen, erklärte der Sprecher Wolfgang Loss in einer ersten Stellungnahme.

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