Sektenkinder: Eltern gingen mit Sohn nicht zum Arzt


Der Prozess um die Sektenkinder von Lonnerstadt geht eine neue Runde. Der Bruder des schwerkranken Kindes erhob jetzt schwere Vorwürfe gegen die beiden Angeklagten. Sie hätten dem kranken Kind Medikamente verweigert und ihm zur fleischlosen Ernährung gedrängt.

Der Prozess um die sogenannten Sektenkinder geht in eine neue Runde. Vor Gericht erhebt der Bruder des schwerkranken Kindes schwere Vorwürfe gegenüber der Mutter und des Lebensgefährten.

Zur fleischlosen Ernährung gedrängt

Der 26 Jahre alte Sohn der Frau erklärte vor Gericht, dass die Mutter und der Lebensgefährte die drei Kinder zu einem medikamentfreien und vegetarischen Lebensstil gedrängt hätten. Der Sohn sprach in seinen Ausführungen von einer Sekte.

Der Angeklagte hatte sich immer als Lehrer der Weisheit oder als höheres Wesen bezeichnet. Die Frau im Alter von 49 Jahren ihr Partner im Alter von 55 Jahren müssen sich vor Gericht wegen der Misshandlung des damals 12 Jahre alten Sohnes der Angeklagten rechtfertigen. Der Sohn ist heute 27 Jahre alt.

Drei Jahre Medikamente verweigert

Die federführende Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, ab dem Jahr 1999 dem Kind drei Jahre Medikamente verweigert zu haben und mit ihm nicht zum Arzt gegangen zu sein und das obwohl der Junge an der Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose litt.

Auch die Schwester leidet an dieser Krankheit, allerdings in abgeschwächter Form. Bei der Stoffwechselkrankheit werden die Atemwege in die Lunge, die Ausführungsgänge an der Bauchspeicheldrüse und die Gallenwege mit Schleim verstopft. Die Krankheit ist bis heute unheilbar. Die Angeklagten bestreiten die Vorwürfe weiterhin vor Gericht.

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