Foodwatch: Weiterhin tierische Stoffe in vegetarischen Produkten


Noch immer befinden sich in Lebensmitteln tierische Stoffe ohne dass der Hersteller darauf hinweist. Das macht die Ernährung für Vegetarier und Veganer sehr schwer. Daher fordert die Organisation Foodwatch endlich eine klare Kennzeichnungspflicht für alle Lebensmittel.

In vielen Lebensmitteln stecken weiterhin tierische Stoffe, die nicht vom Hersteller ausgewiesen sind, das behauptet zumindest die Verbraucherorganisation Foodwatch. So befinden sich zum Beispiel in Chips, Schokolade oder Fruchtsäften tierische Stoffe.

Das macht es besonders für Vegetarier sehr schwer, denn viele als vegetarisch oder vegan deklarierte Lebensmittel enthalten weiterhin tierische Stoffe. Einige Hersteller haben nach Verbraucherbeschwerden reagiert und ihre Rezeptur verändert, so Foodwatch in einer Stellungnahme.

Tierische Stoffe in Säften

Allerdings verwenden weiterhin viele Erzeuger von Lebensmittel weiterhin tierische Stoffe ich ihren Produkten, ohne auf der Verpackung darauf hinzuweisen. Die Verbraucherorganisation fordert daher eine klare Kennzeichnungsregelung. So werden zum Beispiel Fruchtsäfte zu unecht beworben, dass sie für Vegetarier geeignet sind.

So weisen die Hersteller nicht darauf hin, dass in Fruchtsäften mit Orange, Mango und Ananas Gelatine verwendet wird, um sie von Trübstoffen zu befreien. Auch die Hersteller von Chips verwenden weiterhin tierische Produkte, ohne dass dies auf der Verpackung nachzulesen ist. In der Regel werden hier Produkte von Schwein, Rind oder Geflügel verwendet.

Gesetzeslücke muss geschlossen werden

Bis heute gibt es im deutschen Lebensmittelgesetz keine verpflichtende Regelung zur Kennzeichnung von Zutaten tierischen Ursprungs in den jeweiligen Erzeugnissen. Foodwatch forderte die Bundesverbraucherministerin, Ilse Aigner auf, die Gesetzeslücke endlich zu schließen. Erste Unternehmen reagierten bereits auf die Kritik von Foodwatch.

So änderten der Safthersteller Eckes- Granini und der Molkereikonzern Deutsches Milchkontor mit der Marke Milram seine Rezepturen. Der Safthersteller verwendet jetzt in einem Saft „Hohes C“ statt tierischer Gelatine ein pflanzliches Produkt als Träger für das zugesetzte Provitamin A. Laut einer Presseerklärung des Unternehmens wird Gelatine seit Januar dieses Jahres in keinem seiner Produkte mehr verwendet.

Hersteller reagieren

Auch Milram hat seine Rezeptur beim „Frühstücksqurk“ geändert. Zudem ist auf der Verpackung jetzt der Schriftzug „frei von Gelatine“ zu lesen. Auch der Hersteller Ritter Sport sorgt nun für mehr Klarheit bei seiner Schokolade. Für Vegetarier und Veganer empfahl der Hersteller die Schokoladensorten Marzipan, Halbbitter und Edelbitter.

Zudem erklärte der Hersteller, dass es keine reine vegane Schokolade geben wird. Solange keine Verunreinigungen ausgeschlossen werden können, wird das Unternehmen keine Schokoladensorte mit für Veganer deklarieren.

Liste bereits im letzten Jahr vorgelegt

Bereits im vergangenen Jahr hatte Foodwatch eine Liste von Produkten vorgelegt, in denen tierische Produkte verwendet werden und diese dem Bundesverbraucherministerium vorgelegt und eine Kennzeichnungspflicht verlangt. Doch bis heute sind die Begriffe vegan und vegetarisch nicht gesetzlich definiert.

Foodwatch rief deshalb Verbraucher auf, der Forderung Nachdruck zu verleihen und sich an der E-Mail- Aktion zu beteiligen. Bis heute haben sich an der Aktion schon 65.000 Verbraucher beteiligt.

Ein Kommentar
  1. bernd.scheff@gmail.com'

    Bernd

    29. Juni 2013 at 20:22

    Wen überrascht das eigentlich noch? Die Lebensmittelkonzerne haben ihre Claims in Deutschland abgesteckt. Die Politik ist nach wie vor Spielball der Lobbyisten. Wenn wir schon keine einfach Lebensmittelkennzeichnung nach einem einfachen Ampelsystem hinbekommen, dann wird’s erst recht nichts mit entsprechenden Kennzeichnungen für Vegetarier/Veganer.

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