Studie: Im Osten sterben mehr Menschen an Herzinfarkt


Zwar erleiden immer mehr Menschen einen Herzinfarkt, das liegt in erster Linie daran, dass wir immer dicker und fauler werden. Dennoch sterben immer weniger Menschen an einem Herzinfarkt. Allerdings ist im Osten Deutschlands das Risiko deutlich höher an einem Herzinfarkt zu sterben als im Westen.

Dies teilte die Gesellschaft für Radiologie am Donnerstag dieser Woche mit. In Sachen- Anhalt liegt die Sterblichkeit zum Beispiel bei 111 Menschen pro 100.000 pro Jahr. Die größten Chancen einen Herzinfarkt zu überleben hat man hingegen in der Bundeshauptstadt Berlin. Hier liegt die Sterblichkeit gerade mal bei 56 Menschen pro 100.000.

Unterschiedliche Versorgung

Die Gesellschaft für Radiologie hat zum ersten Mal die regionale Sterblichkeit erfasst und will nun die entsprechenden Gründe erörtern. Der Studie zufolge ist das Risiko an einem Herzinfarkt zu sterben in den Bundesländern Sachsen- Anhalt, Brandenburg und Sachsen fast doppelt so hoch wie in den Bundesländern Bayern, Baden- Württemberg, Berlin, Hessen und Schleswig- Holstein.

Ein möglicher Grund ist die unterschiedliche Versorgung in den einzelnen Bundesländern. In einigen Regionen ist die medizinische Versorgung exzellent, in anderen wiederum schlecht. Die Versorgung von Herzpatienten ist im internationalen Vergleich in Deutschland allerdings hervorragend.

55.000 Tote durch Herzinfarkt

Durch die sehr gute Entwicklung bei der Behandlung von Herz- Kreislauf- Erkrankungen sank die Sterblichkeit bei akutem Herzinfarkt von mehr als zehn auf derzeitig unter sechs Prozent. Seit dem Jahr 1980 hat sich die Zahl der Todesfälle auf gut 55.000 fast halbiert.

Dennoch bleiben Herz- Kreislauf- Erkrankungen die häufigste Todesursache. Schuld daran, ist wie schon zu Beginn erwähnt, unser persönlicher Lebensstil. Zudem tut die langsame Reaktionszeit im Notfall ihr Übriges. Besonders ungesundes Essen und zu wenig Bewegung lässt die Zahl der Übergewichtigen regelrecht nach Oben schnellen.

Gesundheits- Schulfach gefordert

Die Folgen sind Volkskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen. Zwar wirkte sich das neue Nichtraucherschutzgesetz positiv aus. Dem entgegen stehen aber die Überalterung der Gesellschaft und die starke Zunahme von Zuckerkranken und Übergewichtigen auch schon bei den Kindern und Jugendlichen.

Daher braucht man gerade in diesen Bereichen ein rigoroses Umdenken. Experten sprechen sich immer öfter für ein Schulfach „Wie lebe ich gesund“ aus. In diesem Schulfach soll das Wissen zu einer gesunden Ernährung und Lebensweise sowie die Freude an der Bewegung vermittelt werden.

Herzinfarkt innerhalb von sechs Stunden behandeln

Nachholbedarf gibt es auch beim verhalten im Notfall. Experten gehen davon aus das jeder dritte bis vierte Herzinfarkt tödlich endet. Schafft es der Patient jedoch bis ins Krankenhaus, endet nur nach jeder fünfte Herzinfarkt von 100 tödlich.

Ein Herzinfarkt kann nur innerhalb der ersten sechs Stunden ohne Folgeschäden behandelt werden. Doch im Schnitt dauert es mehr als drei Stunden bis der Betroffene den Notarzt verständigt. Selbst die beste Technik kann nicht die verloren Behandlungszeit wieder aufholen.

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