Krankenkassen: Arbeitgeber tragen Mitschuld an Burnout und Stress


Angesichts der steigenden psychischen Erkrankungen fordern die Krankenkassen eine bessere Gesundheitsvorsorge für die Mitarbeiter. So soll notfalls ein Gesetz regeln, dass niemand ständig erreichbar sein darf. Die Bundesarbeitsministerin regierte auf diese Forderungen noch sehr zurückhaltend.

Da immer mehr Menschen an Burnout erkranken haben jetzt auch große Unternehmen reagiert und den E- Mailverkehr von Mitarbeitern in ihrer Freizeiht beschränkt. Große gesetzliche Krankenkassen wie die Barmer GEK gehen davon aus, dass Unternehmen eine gewisse Mitschuld an den gestiegenen Burnout- Erkrankungen ihrer Mitarbeiter haben.

Psychische Erkrankungen um 120 Prozent gestiegen

Daher sollen die Chefs dieser Unternehmen nun härter in die Pflicht genommen werden und eine bessere Gesundheitsvorsorge anbieten, das fordern die Chefs der Krankenkassen: Techniker Krankenkasse, Kaufmännische Krankenkasse und die Barmer GEK. Notfalls muss auch ein entsprechendes Gesetz her, dass den Arbeitgeber zwingt, Arbeitnehmern das Recht auf Ruhepausen zuzustehen.

Die Bundesarbeitsministerin reagiert auf diese Forderungen im Moment noch sehr zurückhaltend und will vorerst aktuelle Studien abwarten. Die Fehltage wegen Burnout und Depressionen haben sich im Jahr 2011 auf 2,7 Millionen erhöht, wie die Krankenkasse AOK erklärt. Zudem sind die psychischen Erkrankungen seit 1994 um 120 Prozent gestiegen.

Niemand darf ständig erreichbar sein

Einige Unternehmen wie große Autohersteller oder die Telekom haben auf diese Entwicklung reagiert und haben den E- Mailverkehr ihrer Mitarbeiter in der Freizeit eingeschränkt. Zudem empfiehlt das Bundesarbeitsministerium, dass Anrufe und E- Mails in der Freizeit eine Ausnahme bleiben sollten.

Niemand darf immer erreichbar sein, hier kann nur ein Gesetz durch klare Maßstäbe gegen Dauerstress die Gesundheit des Mitarbeiters schützen, so die Barmer GEK. Die KKH wirft den Unternehmen sogar vor, die Verantwortung für die Mitarbeiter zu vernachlässigen. Die Unternehmen weißen die Vorwürfe jedoch zurück und erklärten, niemand muss ständig erreichbar sein.

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