Dieses neue Sonnenschutzmittel ist wirksamer und umweltfreundlicher

Ein effektiver Schutz vor der Sonne ist entscheidend, um Sonnenbrände und Hautkrebs zu vermeiden. Die meisten Menschen nutzen dafür herkömmliche Sonnenschutzmittel, doch in letzter Zeit wurden diese vermehrt kritisiert. Sie stehen unter dem Verdacht tatsächlich mehr zu schaden als zu nutzen. Wissenschaftler stießen vor Kurzem allerdings auf einen komplett neuen Mechanismus, um die Haut vor schädlicher Strahlung zu bewahren. Die neuen Erkenntnisse wurden mithilfe der Verfahren gewonnen, die Pflanzen zum Schutz vor der Sonne anwenden.

Pflanzen als Inspiration

Wissenschaftler der University of Warwick fanden kürzlich ein Molekül in Pflanzen, das als innovativer Sonnenschutz dienen könnte. Die Verbindung trägt den Titel „Diethylsinapat“ und soll schädliche UV-Strahlung wirksamer abschirmen, als die meisten herkömmlichen Sonnenschutzmittel auf dem Markt, sogar zehn Mal so lange halten und um ein Vielfaches besser für die Umwelt sein. Die Forschungsarbeit wurde jüngst in dem renommierten Fachblatt „Nature Communications“ vorgestellt.
Die Forscher gingen der Frage nach, wie Pflanzen sich vor schädlicher Sonneneinstrahlung schützen. Dabei stießen sie auf einen bisher unbekannten Mechanismus. Werden die Pflanzen von der Sonne bestrahlt absorbiert Diethylsinapat das Licht und wird dadurch aktiviert. Um die überflüssige Energie loszuwerden, versetzt sich das Molekül in Bewegung: Es dreht sich in Flamenco-artigen Bewegungen, die allerdings nur einen Bruchteil einer Sekunde andauern (10 Pikosekunden). Durch diesen Bewegungsablauf wird die UV-Strahlung in Wärme umgewandelt. Nach Abschluss des „Tanzes“ kehrt das Molekül in seinen Ursprungszustand zurück.

Haltbar und ökologisch

Die Forscher deponierten Diethylsinapat in diversen Trägerstoffen, trugen es auf menschliche Hautimitate auf und bestrahlten die Lösung mit UV-Licht. Das Ergebnis: Innerhalb von zwei Stunden wurde es nur zu drei Prozent abgebaut. Herkömmliche Sonnenschutzmittel bauen sich in der gleichen Zeitspanne zu 30 Prozent ab. Infolgedessen verfügt Diethylsinapat über eine zehn Mal längere Haltbarkeit als gewöhnliche Sonnenschutzprodukte. Diese enthalten darüber hinaus zahlreiche Chemikalien und schaden der Umwelt. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Sonnencremes mit Oxybenzon oder Octinoxat am Korallensterben mitwirken, da sie die Korallen ausbleichen. Diethylsinapat könne hingegen auf umweltfreundlichem Weg direkt aus der Pflanze gewonnen werden. Dadurch ergibt sich eine vollkommen neue Option für natürliche, umweltfreundliche Sonnenschutzmittel, welche die Haut vor jeglichen schädlichen Wellenlängen des Sonnenlichts bewahren.

Sonnenschutz der Zukunft

Die Erkenntnisse, die durch die neue Studie gewonnen wurden, könnten beachtliche Auswirkungen auf die Zukunft des Sonnenschutzes haben. Zunächst soll sich das Mittel nun auf echter menschlicher Haut beweisen. Das Molekül zeigte im Rahmen der durchgeführten Untersuchung bereits hervorragende Langzeiteigenschaften bei geringer endokriner Disruption und weist außerdem wertvolle antioxidative Eigenschaften auf. In Anbetracht der wachsenden Bedenken über die Effekte herkömmlicher Sonnenschutzmittel auf die Human- und Ökotoxizität ist die Entwicklung von Alternativen für die Zukunft unabdingbar.

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