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Stiller Herzinfarkt: Das macht ihn so gefährlich

von Magda Leitner Posted on 26.05.2022 06:5025.05.2022 17:50

Wir alle kennen das Bild einer bewusstlos am Boden liegenden Person, Rettungskräfte knien rundherum, führen eine Herzdruckmassage durch und versuchen die Person dadurch zu reanimieren. Erster Verdacht: Herzinfarkt.
Meist wird diese Gesundheitsgefahr jedoch zu spät erkannt, da sie sich häufig im Stillen äußert. Diese Diagnose erhalten rund 300.000 Deutsche jährlich.

Das passiert bei einem Infarkt

Bei einem Herzinfarkt sterben die Herzmuskelzellen ab, weil sie mit zu wenig Sauerstoff versorgt wurden. Dies passiert beispielsweise durch Verkalkungen oder Einengungen der Herzkranzgefäße, die das Blut zum Herzen transportieren. Die Verkalkung der Herzkranzgefäße, auch Arteriosklerose genannt, verhindert den natürlichen Blutkreislauf, wodurch es zu einem Infarkt kommen kann. Ein stiller Herzinfarkt ist besonders tückisch.

Symptome eines Herzinfarktes

Ein Herzinfarkt tritt meist plötzlich auf und äußert sich bei Männern und Frauen unterschiedlich. Bei Männern wird häufig über eine Enge in der Brust, Schmerzen und ein Taubheitsgefühlt geklagt, was bei Frauen seltener vorkommt. Frauen berichten stattdessen oft von Magenproblemen, wie Erbrechen und Übelkeit, sowie Kurzatmigkeit und Erschöpfung. Allerdings gibt es auch den sogenannten stillen Herzinfarkt, der nur schwer als ein solcher erkennbar ist. Die Deutsche Herzstiftung rät zu einem schnellen Arztbesuch, wenn Schmerzen und Druckgefühl im Brustkorb, Atemnot, Übelkeit, Abgeschlagenheit und ein Schwindelgefühl auftreten. Bei einem stillen Herzinfarkt kommt es aufgrund von Durchblutungsstörungen nur langsam zu einem Absterben von einzelnen Bereichen im Herz, die eine Normalfunktion der menschlichen Pumpe verhindern.

Risikofaktoren für einen stillen Infarkt

Die folgenden Faktoren erhöhen das Risiko einen stillen Infarkt zu erleiden:

  • ungesunde Ernährung
  • Bluthochdruck
  • Stress
  • Rauchen
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • Diabetes
  • Um einen stillen, aber genauso auch einen “lauten” Herzinfarkt zu verhindern, empfiehlt es sich die Risikofaktoren möglichst zu vermeiden und das eigene Wohlbefinden durch Sport, Stressbewältigung und eine gesunde Ernährung zu fördern.

    Das ist bei einem Herzinfarkt zu tun

    Bei allgemeinem Unwohlsein und unerklärlichen Schmerzen in der Brust ist es empfehlenswert alsbald eine/n Arzt/Ärztin aufzusuchen. Sollten die Schmerzen oder das Unwohlsein sehr plötzlich eintreten, sollten Sie umgehend die Rettung rufen und versuchen, Ruhe zu bewahren. Während der Wartezeit wird eine leicht erhöhte Lagerung des Oberkörpers empfohlen. Sollten Sie einem Patienten/einer Patientin begegnen, die womöglich einen Herzinfarkt erleidet und der/die nicht mehr bei Bewusstsein ist, so ist ein Erste-Hilfe-Manöver von Nöten, wo zu Beginn die Atmung kontrolliert wird. Atmet die/der PatientIn normal, ist diese/r in die stabile Seitenlage zu bringen. Sollte die betroffene Person nicht atmen, muss hingegen eine Herzdruckmassage vorgenommen und eine Beatmung in einem Verhältnis von 30:2 durchgeführt werden. Um den richtigen Takt und die passende Geschwindigkeit für eine Wiederbelebung zu halten, gibt es sogar eine eigene Herzmassage-Playlists, die u.A. Songs wie “Stayin Alive” von den Bee Gees, “Another One Bites the Dust” von Queen und “Highway to Hell” von AC/DC beinhalten. Es ist unbedingt wichtig, die Herzdruckmassage dauerhaft durchzuführen bis Rettungskräfte übernehmen und den Patienten/die Patientin stabilisieren können.

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