Nordrhein- Westfalen: Keine Diskriminierung von HIV- Infizierten mehr gefordert


Als wäre es nicht schon schlimm genug, an Aids erkrankt zu sein. So werden Infizierte noch immer im Arbeitsleben von ihren Kollegen diskriminiert. Politiker aus Nordrhein- Westfalen wollen dies jetzt ändern. In einer Informationsoffensive will die Politik jetzt über Vorurteile im Zusammenhang mit der Krankheit Aids informieren. Dank des medizinischen Fortschritts können Infizierte heute in jedem Beruf arbeiten.

Aus Unwissenheit und wegen falscher Vorurteile werden Infizierte mit dem Hi- Virus immer noch in Deutschland zu Unrecht diskriminiert – zum Beispiel in ihrem Job. Minister des Bundeslandes Nordrhein- Westfalen setzen sich jetzt ganz aktuell für ein Ende der Benachteiligung der Betroffenen ein.

HIV- Infizierte sind allen Jobanforderungen gewachsen

Dank von medizinischen Errungenschaften können sich HIV- Infizierte in der heutigen Zeit ohne Leistungseinschränkung in allen Jobs arbeiten. Darauf haben die nordrhein-westfälischen Minister für Gesundheit und Arbeit, Barbara Steffens (Grüne) und Guntram Schneider (SPD), in einer aktuellen Stellungnahme hingewiesen.

Wenn die allgemeinen Arbeitsschutz- und Hygienemaßnahmen von diesen Erkrankten beachtet würden, besteht auch keine Ansteckungsgefahr, heißt es in der Stellungnahme weiter. Aus diesem Grund sei selbst im Gesundheitsbereich Arbeiten mit HIV oder Aids keine Gefahr mehr.

Derzeitig leben 18.000 Infizierte in NRW

Trotzdem würden viele Erkrankte aus Unwissenheit in der Bevölkerung aus der Jobwelt ausgegrenzt, wenn ihre Diagnose bei den Kollegen bekannt werde, kritisierten die Politiker. Schneider appellierte aus diesem Grund an alle Unternehmen in Deutschland, die Diskriminierung HIV-Patienten so schnell wie möglich zu stoppen.

In dem Bundesland Nordrhein- Westfalen leben im Moment ungefähr 18.000 Bürger mit der Krankheit Aids. Etwa 65 Prozent der Betroffenen gehen einem Job nach, viele Infizierte sind aber noch weit von einer gleichberechtigten Teilhabe am Arbeitsleben entfernt.

ThyssenKrupp unterstützt die Initiative der Politiker

Mit einer Informationsoffensive soll über Vorurteile gegen die Krankheit Aids aufgeklärt werden. Als Partner sollen neben deutschen Unternehmen, Betriebsräten, Gewerkschaften, Jobcentern und Ausbildungseinrichtungen auch Krankenversicherungen als Partner ins Boot geholt werden.

Unterstützt werden die Empfehlungen der Landeskommission Aids in der Zwischenzeit von der ThyssenKrupp AG. Das Unternehmen will helfen, die Tabus in Deutschland weiter abzubauen, erklärte der Arbeitsdirektor Oliver Burkhard.

Bei erste Hilfe müssen immer Handschuhe getragen werden

Angst vor Unfällen während der Arbeit mit HIV-Infizierten, bei denen auch Blut fließe, sei zudem auch unbegründet, wenn die geltenden Hygieneregeln beachtet würden, betonte der Vorsitzende der Landeskommission Aids, Dieter Mitrenga in einem aktuellen Interview.

Dieser Hygiene-Vorbehalt gelte allerdings immer und auch unabhängig von der Krankheit Aids. Dazu gehöre zudem auch, dass bei der ersten Hilfe nach Unfällen auf der Arbeit ohnehin immer Handschuhe getragen werden müssten, erklärte Burkhard weiter.

Mediziner dürfen Aids- Diagnose nicht an Arbeitgeber weitergeben

Eine Kündigung aufgrund der Krankheit Aids sei auf jeden Fall unwirksam, betonte Schneider. Bei Einstellungsuntersuchungen muss keiner einem HIV-Test zustimmen. „Man darf sogar die Unwahrheit sagen, wenn es darauf ankommt“, erklärte er in dem Interview weiter.

Auch Mediziner dürften Arbeitgebern keinerlei Informationen über HIV-Diagnosen weitergeben, sondern lediglich weitergeben, ob jemand gesundheitlich für den Job infrage komme.

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