Studie: Fluglärm begünstigt Schlaganfälle und Herzerkrankungen


In der Nähe eines Flughafens zu leben ist nicht gerade gesund. Wie eine britische Studie jetzt herausgefunden hat, haben Menschen, die in er Nähe des englischen Flughafen Heathrow leben rund ein Viertel erhöhtes Risiko, an Herz- Kreislauf- Erkrankungen zu erkranken oder einen Schlaganfall zu erleiden. Ähnliche Studien gibt es auch von US- amerikanischen Flughäfen.

Zwei Studien zu Fluglärm veröffentlicht

Hinweise darauf liefern offensichtlich zwei Studien aus den USA und aus London. Zwar lieferten die beiden Studien keine Beweise dafür, aber Hinweise, denen die Wissenschaftler jetzt weiter nachgehen wollen. In vielen internationalen Ländern und in mehreren deutschen Städten gibt es schon seit mehreren Jahren Streit um Einflugschneisen zu Flugzeiten und Flughäfen.

Die Anwohner fühlen sich nicht nur durch den Lärm belästigt, sondern machen sich auch Sorgen um ihre Gesundheit, was die beiden Studien jetzt auch bestätigen. Vorangegangene Studien hatten angedeutet, dass Fluglärm zu Bluthochdruck und zu Herzerkrankungen führen kann.

3,6 Millionen Menschen untersucht

Wissenschaftler aus London untersuchten nun welche Auswirkungen Fluglärm auf 3,6 Millionen Menschen hat, die in unmittelbarer Umgebung des englischen Flughafens Heathrow leben. Dazu verglichen die Forscher zwischen den Jahren 2001 und 2005 für unterschiedliche Kleinstädte die Fluglärmbelastung mit der Zahl der Menschen, die wegen Schlaganfall und Herzerkrankungen in ein Krankenhaus eingewiesen worden oder starben.

In den lautesten Gegenden, wo der der Fluglärm über 63 Dezibel lag, lagen die Risiken für Schlaganfall und Herzerkrankungen um 14 bis 24 Prozent höher, als in ruhigen Gegenden mit maximal 51 Dezibel. Damit gibt die Studie Hinweise darauf, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Fluglärm und Herzerkrankungen geben könnte.

Auch andere Ursachen möglich

Die Wissenschaftler betonten aber auch, dass auch andere Ursachen das Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle beeinflussen könnten, wie zum Beispiel Übergewicht, die Luftqualität oder das Rauchen.

In der US- amerikanischen Studie untersuchten die Forscher die Krankenhauseinweisungen wegen Herz- Kreislauf- Erkrankungen von sechs Millionen US- Bürgern ab 65 Jahren die im Jahr 2009 in der Nähe von 89 US- Flughäfen lebten. Auch die US- amerikanischen Forscher fanden ein erhöhtes Risiko, allerdings durchgängig erhöht nur bei einer Lärmbelästigung über 55 Dezibel. Das entspricht ungefähr der Lautstärke eines anregenden Gesprächs.

2,3 Prozent erhöhtes Risiko

Die US- Forscher nehmen an, dass bei alten Menschen, die in der Nähe von Flughäfen leben, insgesamt 2,3 Prozent solcher Krankenhauseinweisungen mit dem Fluglärm zusammenhängen. Beide Studien wurden in dem Fachjournal „British Medical Journal“ veröffentlicht.

In einem Kommentar schreiben die Wissenschaftler, dass die Studien vorläufige Hinweise darauf liefern, dass der Fluglärm nicht nur eine Ursache für Ärger, Schlafstörungen und geringerer Lebensqualität ist, sondern vielleicht auch zu Problemen und Tod durch Herzerkrankungen führen kann.

Klagen in Deutschland abgewiesen

Auch in Deutschland gibt es schon länger Streit zum Fluglärm. Erst kürzlich hatte das Verwaltungsgericht des Bundeslandes Hessen zwei Klagen gegen Flugrouten zum Frankfurter Flughafen abgewiesen. Geklagt hatten die Stadt Offenburg sowie ein Bewohner. In beiden Fällen ging es um Fluglärm.

Bei der Festlegung der Routen sei dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung keine Versäumnisse vorzuwerfen, erklärten die Richter damals. Das An- und Abflugverhalten dienten der flüssigen und sicheren Abwicklung des Flugverkehrs, erklärten die Richter zum Abschluss.

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