Ludwigshafen: Chefarzt soll Studien manipuliert haben


Ein ehemaliger Chefarzt des Klinikums Ludwigshafen soll Studien gefälscht haben. Dabei soll er gegen wissenschaftliche Standards verstoßen haben und Patienten ohne ihres Wissens Medikamente verabreicht haben.

Zu einem Zwischenfall kam es an dem Klinikum Ludwigshafen. Aktuellen Medienberichten zufolge soll ein ehemaliger Chefarzt Patienten getestet haben, ohne sie darüber in Kenntnis zu setzen. Der Chefarzt soll bei seinen Veröffentlichungen gegen gängige Richtlinien verstoßen haben, wie es weiter hieß-

Außerdem soll der ehemalige Chefarzt auch Angaben in Studien gefälscht haben. Nach gut 18 Monaten ausführlicher Nachforschungen legte nun eine Kommission einen Bericht vor. Die Experten untersuchten dabei 91 unterschiedliche Veröffentlichungen. Bei jeder der 91 Studien fanden sie Ungereimtheiten.

Chefarzt bereits 2010 entlassen

Arzt soll über 90 Studien gefälscht haben

Das Klinikum hatte den ehemaligen Chefarzt bereits im Jahr 2010 entlassen. Die federführende Staatsanwaltschaft ermittelt mittlerweile wegen Körperverletzung, Betrug und Urkundenfälschung. Auch das Klinikum prüft nun zivilrechtliche Schritte. Die Kommission hat in der Zwischenzeit 503 Patienten und Probanden auswendig gemacht, die an den Studien beteiligt waren.

So hat der ehemalige Chefanästhesist seinen Patienten zum Beispiel bei einer Herzoperation Medikamente verabreicht, um die Reaktionen auf das Medikament zu beobachten. Im Anschluss nutzte er dies für seine Veröffentlichungen. Zwar waren die Medikamente alle zugelassen, dennoch gab es im Vorfeld keine Absprache mit dem Patienten, was eigentlich vorgeschrieben ist.

Auch zwei Oberärzte mussten Klinik verlassen

Zwar sind schon mehr als 500 Patienten und Probanden auswendig gemacht wurden, die Kommission geht aber davon aus, dass noch viel mehr Personen an den Studien beteiligt waren. Das liegt in erster Linie daran, dass ein Großteil der Studienunterlagen nicht mehr auffindbar sind. In einem Fall hatte sogar ein Patient eine allergische Reaktion erlitten, die konnte zum Glück rasch behoben werden.

Zu keiner der 91 Studien soll es eine Zustimmung von der Ethikkommission der Landesärztekammer gegeben haben. In 10 Studien hat die Untersuchungskommission auch Hinweise gefunden, das wissenschaftliche Standards nicht beachtet wurden. So wurden Zahlen und Fakten manipuliert, wie zum Beispiel das Alter der Patienten. Die Studien wurden zwischen 1999 und 2011 durchgeführt. Neben dem Chefarzt mussten auch zwei Oberärzte die Klinik verlassen.

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