Im Osten sterben mehr Menschen an Herzleiden


Der neue Herzbericht gibt Anlass zur Sorge. Noch immer sterben in den neuen Bundesländern mehr Menschen an Herzleiden. Besonders schlimm ist die Lage in strukturschwachen Gegenden. Daher fordert die Deutsche Herzstiftung eine bessere Versorgung in ländlichen Gegenden. Aber es gibt auch Positives zu berichten.

Herz- Kreislauf- Erkrankungen sind in Deutschland die häufigste Todesursache. Dennoch gibt es regionale Unterschiede. So ist das Risiko in Ostdeutschland wesentlich höher an einem Herzleiden zu sterben als in Westdeutschland. Die einzige Ausnahme bildet hier die deutsche Bundeshauptstadt Berlin.

Die meisten Todesfälle infolge eines Herzinfarktes gab es im ostdeutschen Bundesland Sachsen- Anhalt. Hier gab es 104 Fälle pro 100.000 Einwohnern. Die wenigsten gab es in der Stadt Bremen, mit 35 pro 100.000 Einwohnern. Die Zahlen sind allerdings nicht sonderlich aktuell und stammen aus dem Jahr 2011.

Zu wenige Kardiologen

Grund für die großen Unterschiede sehen Ärzte in der geringen Anzahl von Kardiologen in strukturschwachen Gebieten, im schlechten Gesundheitsbewusstsein und nicht zuletzt in Wissenslücken. Dennoch nehmen Todesfälle infolge von Herzleiden immer weiter ab. Im Jahr 2011 starben 52.000 Menschen an einem Herzleiden, 1980 waren es noch 92.800.

Dies soll wiederum in der Verbesserung der Diagnostik, Vorbeugung und Therapie liegen. Aber auch die gesündere Lebensweise von vielen Menschen spielt eine große Rolle. Aber noch immer treiben gut ein Drittel aller Erwachsenen zu wenig Sport. Auch zögern viele noch zu lange bevor sie bei einem akuten Herzleiden einen Notarzt rufen. Das könnte vor allem in ländlichen Gegenden ein tödliches Ende nach sich ziehen.

Berlin und Hamburg schneiden am besten ab

Aber die Unterschiede zwischen Ost und West lassen sich dadurch nicht hinreichend erklären. Denn auch die Sterblichkeit infolge von koronarer Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und Herzklappenerkrankungen sind in den neuen Bundesländern deutlich höher als in den alten Bundesländern.

Laut dem aktuellen Bericht sterben in Sachsen Anhalt 372 Menschen pro 100.000 Einwohner an diesen Leiden, in Thüringen sind es immerhin noch 352. Deutlich besser ergeht es den Menschen in Berlin mit 185, Hamburg mit 213 und Baden- Württemberg mit 213 Fällen.

Nur 346 Herzen verpflanzt

Die Deutsche Herzstiftung fordert aus diesem Grund eine bessere Versorgung in ländlichen Gegenden. So gibt es in dem Bundesland Mecklenburg- Vorpommern gerade mal einen Herzspezialisten auf 37.000 Einwohner. In Bremen ist es einer pro 19.500 Einwohner. Aber auch die geringe Zahl der Spenderorgane macht den Experten Sorge.

In Deutschland wurden im Jahr 2012 gerade mal 346 Herzen verpflanzt. Das sind so wenig wie schon seit 1995 nicht mehr. Derzeitig warten 900 Patienten auf ein Spenderherz. Das bedeutet für viele Patienten den baldigen Tod.

Überlebensrate bei 97 Prozent

Aber es gibt auch positives zu berichten: Vielen älteren Menschen kann heute schonend per so genannter Schlüsselloch- Chirurgie und Katheter Herzklappen eingesetzt werden. Im Jahr 2012 gab es immerhin schon mehr als 9000 dieser Eingriffe. Gut 12.000 Patienten wurden auf herkömmlichen Wege operiert. Die Überlebensrate liegt hier mittlerweile bei 97 Prozent.

Auch kommen immer öfter Kinder mit Herzfehlern zu Welt, auch ihnen kann in der heutigen Zeit schonender und besser geholfen werden als noch vor 20 Jahren. 85 bis 90 Prozent der operierten Kinder erreichen heute das Erwachsenenalter. Bei Babys gibt es heute auch 70 Prozent weniger Todesfälle als noch vor zwei Jahrzehnten.

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