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Keime in Krankenhäusern

von redaktion Posted on 23.04.2015 11:2923.04.2015 14:18

Eine Illusion für Patienten, das keimfreie und komplett sterile Krankenhaus. Immer mehr Studien zeigen, dass es das nicht gibt.

Tritt eine Infektion in einem Krankenhaus auf, wird dort natürlich auch Ursachenforschung betrieben. Erst kürzlich war ein Lappen in einer Uni-Klinik der Auslöser einer Infektionswelle. Laut Experten der DGCH (Deutschen Gesellschaft für Chirurgie) erkranken circa 500 000 Menschen in Deutschland an einer Infektion in einem Krankenhaus. 15 000 von den Erkrankten sterben. Die Experten gehen aber davon aus, dass rund jede dritte Infektion durch eine bessere Hygiene und andere Maßnahmen vermeidbar seien.

Das gefährliche ein einer solchen nosokomialen Infektion auch kurz NI ist vor allem, dass die Erreger multiresistent sind, sich also nicht durch ein Antibiotika behandeln lassen. Man hat laut Professor Dr. Peter M. Vogt “keine Waffen gegen solche Keime in der Hand”.

Zur Zeit findet in München Riem der 132. Kongress der DGCH statt, der unter anderem das Thema Keime in Krankenhäusern zum Thema hat. Die Chirurgen sehen großes Potential in dem Aktionsplan von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Dieser Plan sieht neben verschärften Meldepflichten von Krankenhauskeimen auch Fördergelder für eine bessere Hygiene vor. Außerdem sollen auch die Krankenhauspatienten mehr miteingebunden werden, so können einfache Maßnahmen, wie das Desinfizieren von Händen und Türklinken nach einem Gang auf die Toilette die Gefahr einer Ansteckung drastisch reduzieren. Für besonders wichtig wird aber der Fragebogen für Patienten betrachtet. Dieser soll helfen Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und somit den Kampf gegen die Keime schon vor der Aufnahme des Patienten möglich machen.

Einige Fragen könnten zum Beispiel sein:

  • Hatten Sie innerhalb der letzten 6 Monate Kontakt mit dem ­Gesundheitssystem in anderen Ländern*? *außer Niederlande, Dänemark und Skandinavien, Island
  • Arbeiten Sie in industriemäßigen Tiermastanlagen?
  • Hatten Sie kürzlich engeren Kontakt zu Patienten (z.B. in gleichem Patientenzimmer) mit multiresistenten Erregern? Wenn ja, mit welchem?
  • Befinden Sie sich wegen einer schweren Erkrankung seit Monaten in wiederholter Behandlung? (z.B. Chemotherapie, Strahlentherapie)

Wird der Patient als Risiko gesehen, dann werden Schutzmaßnahmen ergriffen wie zum Beispiel die Isolation oder eine antiseptische Ganzkörperwaschung.

Solche und andere Maßnahmen gegen die gefährlichen Keime werden in Zukunft hoffentlich einigen Menschen das Leben retten.

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