PSA-Test: Wie Gesunde zu Prostata-Patienten werden können


Eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Männern ist der Prostatakrebs. Zur Früherkennung wird ein sogenannter PSA-Test durchgeführt. Hierbei wird eine Blutprobe daraufhin untersucht, ob das Enzym „prostataspezifisches Antigen“ in erhöhter Konzentration vorhanden ist. Ein hoher Wert bedeutet, dass möglicherweise (!) eine Krebserkrankung vorliegt. In diesem Fall ist der nächste Schritt, um zu einer sicheren Diagnose zu kommen, eine Biopsie. Hierbei werden operativ mehrere Gewebeproben entnommen.

PSA-Test umstritten

Diese Vorgehensweise ist schon lange umstritten. Die Probleme beginnen damit, dass der Test ungenau ist. Ein hoher PSA-Wert bedeutet nicht zwingend, dass der Betroffene Krebs hat. Umgekehrt kann bei einem niedrigen Wert trotzdem ein Tumor vorhanden sein. Das nächste Problem ist, dass im Rahmen der Früherkennung auch Tumore gefunden werden, die noch sehr klein sind, also noch ungefährlich. Oder solche, die gutartig sind, also nie Beschwerden verursachen werden.

Für die Betroffenen stellt die Untersuchung aber immer eine mögliche Belastung dar. Einerseits körperlich: Abtasten der Genitalien und operative Gewebeentnahme, z.B. durch den Darm. Andererseits psychisch: Plötzlich steht die Möglichkeit im Raum, dass man Krebs hat! Es folgt eine Phase der Ungewissheit, denn erst die Biopsie liefert ein wirklich schlüssiges Ergebnis. Dieser Punkt sollte nicht unterschätzt werden. Man geht als völlig Gesunder zum Check-Up, und muss dann erstmal damit zurechtkommen, eventuell einen Tumor zu haben.

Wie umstritten der PSA-Test ist, zeigt sich auch daran, dass er von den deutschen Krankenkassen nicht bezahlt wird.

Nutzen des Tests

Der Nutzen von Untersuchungen zur Früherkennung von Krebs liegt darin, dass ein Tumor umso besser behandelt werden kann, je früher das Stadium ist, in dem er gefunden wird. Der Tumor ist dann noch klein, und lässt sich gut chirurgisch entfernen, bzw. per Bestrahlung oder Chemotherapie behandeln.

Empfohlen wird der Test ab einem Alter von 45.

Die in Deutschland häufigste Behandlung ist die Entfernung der Prostata.

Risiken

Leider hat der Eingriff massive Nebenwirkungen. Zunächst besteht die Gefahr, inkontinent zu werden. Hier hat die Medizin zwar Fortschritte erzielt. Die Gefahr bleibt aber sehr hoch. Desweiteren muss der Patient damit rechnen, seine Potenz unwiederbringlich zu verlieren. Was leider auch schon bei der Biopsie passieren kann, möglicherweise aufgrund der psychischen Belastung der Krebs-Diagnose. Nach Entfernung der Prostata ist aber sehr oft eine natürliche Erektion physisch nicht mehr möglich.

Die Behandlung bedeutet also einen ganz massiven Verlust an Lebensqualität. Zumal auch eine Partnerschaft darunter leidet, wenn der Mann plötzlich impotent ist, und am Ende obendrein noch inkontinent, möglicherweise im Alter von 45.

Die entscheidende Frage

Von entscheidender Bedeutung ist daher die Frage: Rettet der PSA-Test Leben? Lohnt es sich, die oben aufgeführten Risiken einzugehen, weil Leben gerettet, oder doch zumindest verlängert werden? Die heute vorliegenden Statistiken sprechen dagegen. Einer neueren Studie zufolge konnte von 800 untersuchten Männern nur einem durch frühzeitige Behandlung das Leben gerettet werden. Denn Prostatakrebs weist einige Besonderheiten auf. Die Tumore wachsen oft nur sehr, sehr langsam. Die Männer haben also nur einen sehr kleinen Tumor, der keine Beschwerden verursacht. Sie sterben dann irgendwann eines natürlichen Todes mit dem Tumor, aber nicht an dem Tumor, ohne jemals Symptome entwickelt zu haben. Außerdem „entdeckt“ der PSA-Test unverhältnismäßig oft gutartige Tumore, an die man ohnehin keinen Gedanken verschwenden muss.

Einiges spricht dafür, dass Männer ab einem gewissen Alter gutartige oder zumindest nur kleine Tumore der Prostata entwickeln, die nie Probleme verursachen. Mit denen man normal Leben kann, und nicht an ihnen, sondern lediglich mit ihnen stirbt.

Die zweite Seite der Medaille

Allerdings ist dies nicht immer so. Prostata-Krebs ist eine Erkrankung, an der jedes Jahr Männer sterben, deren Leben hätte gerettet werden können, wenn sie eine Früherkennung gemacht hätten. Dies ist die andere Seite der Medaille, die niemals vergessen werden darf!

Fazit

Als Fazit kann festgehalten werden: Ob man den Test macht, oder nicht, ist eine Entscheidung, die jeder für sich selber treffen muss. Aber man sollte sich vorher der Vor- und Nachteile bewusst sein.

 

Foto Credit: Depositphotos / lisafx

2 Kommentare
  1. MuB.Jeremias@t-online.de'

    Klaus

    22. September 2014 at 18:39

    Dieser Artikel ist kein nützlicher Beitrag! Er klärt nicht auf sondern verwirrt.
    Ich selbst, m., 68, musste vor 2 Jahren eine Totaloperation machen lassen. Das Ergebnis: Ich lebe heute noch-fast ohne Einschränkungen. Diese waren mir bewusst, als ich mich für die OP entschied.

    Ohne PSA-Test, wäre ich wahrscheinlich heute tot, wie es mein Vater mit 67 vor 34 Jahren war.

    Der Autor sollte die „Interdisziplinäre Leitlinie zur Früherkennung,Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinom“ kennen. Nach dieser wird sehr sorgfältig abgewogen, ob überhaupt und wann nach einem positiven PSA-Befund stufenweise weitere lediglich untersuchende(!) Maßnahmen ergriffen werden. Bis zur Entscheidung für oder gegen eine Operation sind diese Maßnahmen nicht unangenehmer als ein Zahnarztbesuch. Es ist falsch, wenn der Eindruck erweckt wird, dass diese Untersuchungen für den Patienten schwerwiegende Nebenwirkungen hätten. Auch das „abwartende Beobachten“ ist eine Option in dieser Leitlinie, die bein Zusammentreffen bestimmter Umstände das Mittel der Wahl darstellt.
    Ich kann nur jedem Mann raten, den PSA-Test machen zu lassen und einen Arzt zu finden, der sich in der „Interdisziplinäre Leitlinie zur Früherkennung,Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinom“ auskennt. Die von den Krankenkassen propagierte und bezahlte Tastunteruchung ist kein (!) Schutz gegen tödlichen Prostatakrebs. Ist dieser erst mal tastbar, ist er schon viel, viel weiter fortgeschritten als bei einem positiven PSA- Test.
    Gottsei Dank gibt es sorgfältige Mediziner, wie die, die an der „Interdisziplinären Leitlinie“ gearbeitet haben und ich wünsche diesen weiterhin Erkenntnisse und Unterstützung.

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  2. fr.ly@t-online.de'

    Teddy

    23. September 2014 at 09:40

    Nur eine Gewebeprobe gibt, wie bei mir Sicherheit. Mein Ergebnis 3 Kammer der Prostata waren Krebs befallen. Einer radikalen Entfernung hat mein Leben seit 17 Jahren Krebsfrei verlängert. Die Gewebeprobe ist gänzlich schmerzfrei.

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