Abhärten bringt nichts: Was unser Immunsystem wirklich stärkt


Was ist gut für die Abwehrkräfte? Laut dem Volksmund zählt dazu kaltes Duschen, Obst und Gemüse, Bewegung im Regen oder ein bestimmtes Hausmittel. Doch Mediziner räumen mit diesen Vorurteilen jetzt auf und sagen was wirklich hilft. Besonders die Werbung preist Lebensmittel an die angeblich dem Immunsystem helfen sollen.

Billionen von Bakterien

Offensichtlich gibt es viele Tipps und Tricks um dem eigenen Körper widerstandsfähiger zu machen. Aber lässt sich unser Immunsystem überhaupt beeinflussen? Dazu muss man erst einmal wissen, dass unser Immunsystem aus vielen Zellen und löslichen Faktoren besteht, die Krankheitserreger und Tumorzellen abwehren.

Schaffen es also Krankheitserreger den Weg in den Körper zu finden, sorgen Immunzellen dafür dass sie unschädlich gemacht werden und sich nicht weiter vermehren können. Zwar wissen die Wissenschaftler, dass die Ernährung Einfluss auf die Abwehrkräfte hat, aber die Wissenschaft weiß noch nicht wie. Im menschlichen Darm sitzen Billionen von Bakterien die die Nahrung verstoffwechseln.

Bestimmte Nährstoffe sind wichtig

Die Zusammensetzung unterscheidet sich allerdings von Mensch zu Mensch. Den Einfluss von der Ernährung lässt sich allerdings erst erfassen, wenn die Bakterien im Darm entschlüsselt sind. Dies kann noch einige Jahre in Anspruch nehmen, daher sind die meisten Geheimtipps zur Ernährung nur Spekulation.

Eine gesunde Ernährung ist dennoch wichtig für die Abwehrkräfte, nur lässt sich durch einzelne Lebensmittel kein gezielter Einfluss nehmen. Wie der restliche Körper auch, benötigt das Immunsystem bestimmte Nährstoffe. So sind Zink, Kupfer, Eisen oder Vitamine A, C, D und E wichtig. Im Prinzip spiegelt dies auch eine ausgewogene Ernährung wieder.

Abhärten hat keinen Einfluss auf das Immunsystem

Aber wie sieht es mit Abhärten durch Sauna, kaltes Duschen oder Spaziergänge im Nieselregen aus? Auch hier riegeln die Wissenschaftler gleich ab: Es gibt keine wissenschaftlichen Belege, dass Abhärten ein Einfluss auf das Immunsystem hätte.

Dennoch lässt sich ein positiver Effekt erzielen. Wer regelmäßig in die Sauna geht oder Kaltwasserbäder nimmt, bekommt eine bessere Wärmeregulierung. Dadurch kühlt der Körper im Sommer schneller ab und im Winter wird die Wärmekapazität geschont.

Placebo- Effekt sehr stark

Auch umstritten ist der positive Effekt von Sport auf unser Immunsystem. Moderates Training wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren stärkt unser Immunsystem unabhängig von Regen, Schnee oder Sonne. Die Wissenschaft geht davon aus, dass mit jeder Trainingseinheit das Immunsystem ein wenig gereizt wird. Dadurch funktioniert es im Anschluss besser.

Auch die Psyche ist bei den Abwehrkräften nicht zu unterschätzen. Bei zu viel Stress schüttet der Körper vermehrt Kortisol aus, was das Immunsystem wiederum unterdrückt. Aus diesem Grund ist psychisches Wohlbefinden besonders wichtig. Eine kurzzeitige Verbesserung lässt sich nicht durch Pillen aus der Apotheke erzielen. Nützen können sie trotzdem, denn der Placebo- Effekt ist sehr machtvoll.

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