Zika-Epidemie sorgt für Unruhe


Das sogenannte Zika-Virus, ist ein Virus, welches Mücken übertragen. 1947 wurden Forscher in einem Wald in Uganda das erste Mal auf das Virus aufmerksam gemacht. Anfangs wurde das übertragbare Virus in Versuchsaffen entdeckt, erst fünf Jahre später im Menschen nachgewiesen. Prinzipiell gesehen, gibt es zwei Linien des Virus: eine afrikanische und eine asiatische. 2013 kam der große Ausbruch in Französisch-Polynesien und zwei Jahre später, trat das Virus in Brasilien auf und infizierte Millionen von Menschen. Laut bisherigen Studien und Erforschungen, sind Lateinamerika und die Karibik das Zentrum der aktuellen Epidemie. Teilweise wurde der Krankheitserreger auch durch Reisende vereinzelt in andere Teile der Welt eingeschleppt, was auch Europa zu fürchten gibt. Der Infekt an sich, ist meist harmlos und verläuft relativ unbemerkt und erst seit Kurzem besteht der Verdacht, dass das übertragbare Virus eine große Gefahr für Ungeborene darstellen kann. Einige Forschungen ergaben, dass dort wo Zika umgeht, wurden ungewöhnlich viele Babys mit einer Schädelfehlbildung auch Mikrozephalie genannt, geboren. Im letzten Jahr, haben sich mehr als eine Million Menschen in Lateinamerika mit dem Virus angesteckt und die meisten Infizierten gibt es in Brasilien. Fakt ist auch, dass das Zika-Virus nicht nur bei Ungeborenen, sondern auch im Hirn Erwachsener Spuren in Form von Schädigung der Nervenzellen hinterlassen kann. Doch was macht Zika eigentlich im Gehirn wirklich und wie macht es sich bemerkbar?

Medizinische Bilder von den Gehirnen Neugeborener, zeigen Verkalkungen und keine guten Vernetzungen der Nervenzellen. Die typische und gefaltete Struktur, die das Gehirn haben sollte, hat es nicht, stattdessen wirkt die Oberfläche fast glatt. Ebenso sind auf den CT’s (Computertomografien) Hohlräume zu erkennen, wo keine sein sollten. Wie ausgeprägt die Missbildungen bei Kindern sein können, variiert von Kind zu Kind. Doch eines steht fest: das Virus befällt besonders gern sich entwickelnde Nervenzellen. Noch ist unklar, wie und wie oft das Virus die schützende Plazenta passieren kann. Ist die Barriere jedoch einmal überwunden, unterbricht es jedoch die Hirnentwicklung des Embryos oder Fötus und tötet sogar Nervenzellen. Zwar kann das Zika-Virus in seltenen Fällen bei Erwachsenen gefährlich werden, jedoch treten unangenehme neurologische Probleme auf, wie plötzliches Anschwellen des Gehirnes und Schädigung der Schicht um die Nervenzellen. In sehr seltenen Fällen, endet die Zika-Infektion tödlich, berichten kolumbianische Ärzte im Medizin-Journal Lancent Infectious Diseases. Leidet man jedoch an einer schweren Krankheit wie beispielsweise Leukämie, kann das Virus zum Verhängnis werden. Bei chronisch kranken und älteren Menschen, kommt es oft auch zum Tod.

Da das Zika-Virus bislang nicht als schwerwiegende Krankheit bekannt war, wussten die meisten Menschen gar nicht dass sie sich infiziert haben. Entweder bekommen die Menschen keine Symptome oder leichtes Fieber, Hautausschlag oder eine Bindehautentzündung und all das, klingt meistens auch nach zwei bis sieben Tagen ab. Problematischer können jedoch die Folgeerkrankungen werden: Mikrozephalie oder das Guillan-Barré-Syndrom. So scheint die Zahlt der Neugeborenen mit einer Schädelfehlbildung einige Monate nach Beginn der Zika-Epidemie angestiegen zu sein. Laborproben sprechen dann für einen Zusammenhang zwischen dem Virus und der Mikrozephalie. Guillain-Barré ist wiederrum eine reine Nervenerkrankung, welche meist mit Lähmungen in den Beinen, die sich dann auf Arme und Gesicht ausbreiten beginnt. Im Zusammenhang mit dem Zika-Virus, ist es gehäuft zu schweren Fällen dieser Autoimmunkrankheit gekommen.

Derzeit gibt es noch keine spezifische Therapie oder einen Impfstoff zum Schutz gegen Zika, da die Krankheit noch zu unerforscht ist. Die beste Vorsorge momentan ist, sich vor Mückenstichen zu schützen und stark betroffene Gebiete versuchen zu meiden. Wer einmal mit dem Virus infiziert war – ist sein Leben lang immun. Ein Antikörpertest kann zeigen, wer bereits mit dem Virus infiziert war, jedoch ist dieser Test sehr aufwendig und in weiten Teilen Brasiliens, steht er nicht zur Verfügung. Als letzten wichtigen Punkt, empfehlen erfahrene Mediziner Schwangeren Zika-Gebiete zu meiden. Zwar steht der endgültige Beweis noch aus, dass Zika zu Mikrozephalie führen kann, doch es wird für sehr wahrscheinlich gehalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.