Rückgang beim Ritalin-Trend


Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) teilte mit, dass im vergangenen Jahr fünf Prozent weniger Methylphenidat, besser bekannt unter Ritalin, als 2013 zum Einsatz gekommen ist. Damit ist ein Rückgang bei diesem Medikamenten-Trend zu erkennen.

Trendwende bei Ritalin

Es ist bereits das zweite Jahr, in dem weniger Medikamente gegen ADHS in Deutschland verschrieben werden. 2012 wurde noch der Höchststand von 1839 Kilogramm verzeichnet. Dieser Wert ist bis ins Jahr 2014 auf 1716 Kilogramm abgesunken. Der Rückgang zeichnete sich bereits 2013 ab. Denn in diesem Jahr sank der Verbrauch von Methylphenidat auf 1803 Kilogramm. Somit ist der Wert erstmals seit 20 Jahren wieder gesunken. In den fast 10 Jahren davor gab es einen stetigen Anstieg. Von 2002 bis 2012 gab es eine Verdreifachung der bestellten Mengen an Fertigarzneimitteln mit dem Psychostimulans. „Der erneute Rückgang zeigt, dass wir mit den geänderten Anwendungsbedingungen für Methylphenidat auf dem richtigen Weg sind“, sagte BfArM-Präsident Professor Dr. Karl Broich.

Neue Richtlinien zeigen Wirkung

Gegen Ende 2010 wurde eine neue Arznei-Richtlinie beschlossen, die die Verordnung von Stimulantien beschränkt. Laut der neuen Verordnung, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-Ba) beschloss, darf Methylphenidat nur vom Spezialisten für Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen verabreicht werden. Bei erwachsenen ADHS-Patienten hat sich laut BfArM der Konsum nur unwesentlich verändert.

Nur mit Rezept erhältlich

„Der Umgang mit Methylphenidat braucht aber auch weiterhin besonderes Augenmaß, damit Patientinnen und Patienten von einer gezielten Therapie profitieren und zugleich vor unkritischer Überversorgung geschützt werden“, erklärte Broich. Da in Deutschland das Ritalin nur auf Betäubungsmittelrezept erhältlich ist, kann die Bundesopiumstelle am BgArM genauen Überblick bewahren. Der Durchschlag jedes eingelösten Rezeptes wird nämlich an diese Behörde weitergegeben.

Viele Nebenwirkungen

Wie fast jedes andere verschreibungspflichtige Medikament kann und hat auch Ritalin Nebenwirkungen. Nicht nur deshalb ist das ADHS-Medikament umstritten. Zu den bekanntesten Nebenwirkungen zählen Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Angstzustände und Wachstumsstörungen. Kritiker sagen, dass ADHS viel zu häufig diagnostiziert wird und viel zu schnell zu so starken Medikamenten gegriffen wird, anstatt andere Behandlungsmethoden zu finden. Ritalin wird auch missbraucht und von gesunden Jugendlichen und Erwachsenen verwendet, um eine Leistungssteigerung zu erzielen.

Was ADHS ist und wie es sich im Verhalten auswirkt

Es handelt sich dabei um die häufigst diagnostizierte psychische Störung bei Kindern und Jugendlichen. ADHS kann bis ins Erwachsenenalter andauern. In Deutschland ist bei mehr als 250.000 Kindern und Jugendlichen diese psychische Störung erkannt worden. Dabei sind Jungen drei- bis viermal so oft betroffen als Mädchen. Kinder und Jugendliche, die daran leiden, zeigen weniger Ausdauer, können sich nicht so gut auf eine Sache konzentrieren, lassen sich leicht ablenken und haben einen überdurchschnittlichen Bewegungsdrang. Sie neigen zudem dazu impulsiv zu reagieren, setzen unüberlegte Handlungen und sind emotional instabil. Der genauen Gründe für den Auslöser von ADHS sind noch weitgehend unbekannt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.