Wundermittel aus der Natur: Grüner Tee fördert die Gesundheit


Grüner Tee ist nicht nur als Getränk beliebt. Die Pflanze enthält viele gesundheitsfördernde Wirkstoffe und kommt immer mehr in Cremes, Shampoos oder auch in Reinigungsmitteln zum Einsatz. Aber was ist das Besondere an dieser Pflanze aus China?

„Grünem Tee wird aufgrund seiner vielen Vitamine, Mineralien und Spurenelemente eine heilende Wirkung nachgesagt, die die Hautgesundheit unterstützt“, erklärt Birgit Huber vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW). Das Getränk soll sich zum Beispiel gut auf Blutgefäße auswirken. Des Weiteren beruhigt es gereizte Kopfhaut und hilft bei fettigem Haar.

Anders wie beim Schwarztee sind die Blätter nicht fermentiert (oxidiert), sondern werden kurz geröstet, gedämpft oder erhitzt, um die Oxidation zu verhindern. Die Blätter können auch schlichtweg an der Luft getrocknet werden. Somit ist grüner Tee antioxidativ, was die Haut dabei unterstützt, sich zu schützen und regelmäßig zu erneuern.

„Grüner Tee ist ein gut erforschter und etablierter Radikalfänger“, sagt Christiane Bayerl, Direktorin der Klinik für Dermatologie und Allergologie der HSK Wiesbaden. Dadurch ist die Teepflanze ein guter Inhaltsstoff für die Gesichtspflege. Grüner Tee enthält auch viel Vitamin C, was vor Erkältungen schützen kann.

Wundermittel in der Kosmetik

Grüner Tee wird auch bei vielen Anti-Aging-Produkten eingesetzt. Das in der Pflanze enthaltene Koffein entwässert, was die Haut strafft. Durch das enthaltene Chlorophyll wirkt es zudem erfrischend auf der Haut. Das eignet sich besonders gut nach einem Sonnenbad, um zu kühlen und zu erfrischen.

„Grüner Tee enthält, anders als schwarzer Tee, noch alle seine Wirkstoffe, da die Blätter nicht fermentiert wurden“, sagte Birgit Huber vom IKW. Durch den hohen Gerbstoffgehalt wird das Koffein kontinuierlich für einige Stunden abgegeben.

„Ein Inhaltsstoff, den wir in der Medizin schätzen, ist Epigallocatechin-3-Gallat“, sagt Bayerl. Diesem Wirkstoff wird eine Anti-Tumor-Eigenschaft nachgesagt. Eine weitere interessante Eigenschaft ist, dass grüner Tee bei Kontaktekzemen helfen könne oder sogar als Mittel gegen Akne eingesetzt werden kann. Jedoch ist das noch nicht ausreichend getestet. Wird regelmäßig grüner Tee getrunken kann das positive Wirkungen auf kardiovaskuläre Erkrankungen (Herz-Kreislauf-System) haben.

„Grüner Tee ist nicht dafür bekannt, dass er ein hohes Allergiepotenzial besitzt“, so Huber. Daher kann der Wirkstoff unbedenklich in Kosmetikprodukten verarbeitet werden. Werden dem Produkt andere Konservierungsstoffe beigemengt, kann das natürlich zu allergischen Reaktionen führen. „Das liegt aber nicht an dem Wirkstoff Grüner Tee“, erklärt Alexandra Kessler-Kiehn, Dozentin an der Berufsfachschule für Kosmetik Norkauer in München. Aber gerade wegen der Zusatzstoffe sollte ein neues Kosmetikprodukt immer zuerst an einer kleinen Hautstelle getestet werden. Zeigen sich keine allergischen Reaktionen, kann man das Produkt großflächig anwenden.

Hilft gegen Krankheiten

2008 erklärte die Universitätsklinik Heidelberg, dass Epigallocatechin-3-Gallat die Kraft von Herzmuskelzellen stärkt und unter anderem das Auftreten von Herzrhythmusstörungen hemmt. Im gleichen Jahr stellten Forscher des Max-Delbrück-Centrums für molekulare Medizin fest, dass dieser Wirkstoff im Reagenzglas den Prozess, der Alzheimer und Parkinson verursacht, verhindert. Statt der fehlerhaften Eiweißablagerungen, die die Nervenzellen absterben lassen, bilden sich durch den Inhaltsstoff harmlose Eiweißkugeln.

Zudem scheint es als würde Epigallocatechin-3-Gallat den chronischen Entzündungsprozess, wie es bei Multipler Sklerose auftritt, im zentralen Nervensystem zu bremsen. Das erklärte die Berliner Charité 2013. Die Virologen des Hambuger Heinrich Pette-Instituts fanden 2009 heraus, dass der Wirkstoff EGCG die Infektiösität des Aids-Erregers bei Sexualkontakten senkt. Als Vaginalcreme mit hoher Konzentration des Wirkstoffes soll es angewendet werden.

Wirkt entspannend und kühlt

„Grundsätzlich eignen sich Kosmetika mit grünem Tee für alle Hauttypen“, sagte Huber. Viele „Helferchen“ kann man auch einfach zu Hause herstellen. Oft hat man grünen Tee ohnehin im Küchenschrank stehen und hat ihn daher schnell in Griffweite. Ein abgekühlter Teebeutel kann zum Beispiel bei geschwollenen Augen helfen. Man legt die Packung auf das geschlossene Auge und es wird dadurch gekühlt.

Eine weitere Möglichkeit, um sich selbst ein Pflegeprodukt herzustellen, ist, dass man den Teebeutel zuerst mit Wasser aufgießt und danach mit Leinsamen vermengt. „Das geliert“, sagt Kessler-Khein. Wenn die Masse abgekühlt ist, kann man sich die Mischung auf die Haut legen. Das kühlt und beruhigt die Haut.

 

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