Zum Welt-Aids Tag Aufruf zum HIV-Test


An diesem Montag ist Welt-Aids-Tag. In Berlin leben gemäß Statistik rund 15.000 Menschen, die das Virus in sich tragen, mutmaßlich 1700 davon wissen es nicht. Deshalb sollen in diesem Jahr besonders die Ungetesteten in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt werden. Unter denen, die neu diagnostiziert wurden, waren 150, bei denen die Schädigung des Immunsystems bereits erheblich fortgeschritten war. „Das heißt, bei diesen Betroffenen ist die Zahl der Helferzellen im Blut unter 200 gesunken“, erklärt Ute Hiller, Geschäftsführerin der Berliner Aids-Hilfe in der Kurfürstenstraße. Ein gesunder Mensch hat zwischen 1200 und 1600 Helferzellen. Eine antiretrovirale Therapie würde dann zwar immer noch greifen, aber die Schäden am Immunsystem können trotzdem irreparabel sein.

Zum Welt-Aids-Tag Aufruf zum HIV-Test

Sexuell Aktive sollten sich deshalb einmal im Jahr testen lassen. „Unsere Botschaft ist: Wir können heute aus Aids dank der Kombinationstherapie eine chronische Krankheit machen“, sagt Ute Hiller. „Wer frühzeitig und regelmäßig zum Test geht, erhöht im Fall einer Infektion seine Lebensqualität und erreicht in der Regel auch ein höheres Alter.“ Weil die Aids-Hilfe davon ausgeht, dass vor allem Ungetestete das Virus weitergeben, würden regelmäßige Tests auch die Infektionskette durchbrechen. „Nur wer seinen eigenen Status kennt, kann sich und andere schützen“, so Ute Hiller.

Rasanter Anstieg der Neuinfektionen in Russland

In Russland steigt die Zahl der Infektionen mit dem HI-Virus nach Angaben der Gesundheitsbehörden alarmierend an. Bis Ende des Jahres 2015 rechnet man mit etwa einer Million registrierter Ansteckungen.

Täglich kämen mehr als 200 Neuinfektionen hinzu, teilten Mediziner in Moskau mit. Derzeit gibt es den Angaben zufolge 860.000 registrierte HIV-Infektionen, so viele wie in keinem anderen Land Europas. Die Experten erwarten, dass die Gesamtzahl der mit dem Aids-Erreger angesteckten Menschen pro Jahr weiter um rund zehn Prozent steigt. Die Dunkelziffer gilt als deutlich höher.

Vor allem Frauen im Alter zwischen 25 und 35 Jahren seien von den Neuansteckungen betroffen – etwa 100 infizierten sich pro Tag, sagte der Leiter des Zentrums zum Kampf gegen Aids, Wadim Pokrowski. Bei der Risikogruppe der Homosexuellen sei in diesem Jahr ein Zuwachs von lediglich etwa einem Prozent verzeichnet worden. Homosexualität wird in Russland weitgehend tabuisiert, bzw sogar wieder regelrecht kriminalisiert.

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