Was ist die angemessene Verteidigung gegen eine unsichtbare Bedrohung?


Die Bedrohung ist offenkundig: Sie werden von Hooligans verfolgt. Diese sind bewaffnet und dicht auf Ihren Fersen. Aus der Ecke treten zwei weitere hervor und sie sind umringt. Einer hebt die Faust und Sie wissen, jetzt kommt der Schlag. Zur Verteidigung umklammern Sie Ihre Hausschlüssel und stechen dem Angreifer mit dem Schlüssel in den Arm… Bei der Gerichtsverhandlung wird festgestellt: es gab keine Hooligans und keine Bedrohung. Sie haben auf einen Passanten mit einem Messer eingestochen…

Die Verwischung der Wirklichkeit

Halluzinationen können Menschen zu Untaten verleiten. In Wirklichkeit bestand keine Bedrohung. Eine Wahnvorstellung führt aber dazu, dass ein unschuldiger Passant Opfer eines Angriffs wurde, der in der halluzinierten Welt eine notwendige Handlung der Selbstverteidigung war.

Schizophrene unterliegen Wahnvorstellungen und Halluzinationen, die für sie eine eigene Wirklichkeit darstellen. Niemand weiß, welches Bild der Realität sich im Kopf eines Schizophrenen abspielt. Keiner kann die Motive kennen, die einen Schizophrenen dazu führen, eine bestimmte Handlung vorzunehmen. Warum hat eine Mutter ihre Kinder erstochen?  Warum sprach eine 27-jährige ständige Bombendrohungen aus? Unter Behandlung können die Wahnvorstellungen bekämpft werden, sodass es nicht so solchen Ausfällen kommt.

Sehen hinter verschlossenen Augen

Während einer psychotischen Phase kann einem Schizophrenen nicht klar gemacht werden, dass die Welt die er gerade erblickt nicht der Wirklichkeit entspricht. Das was sich in seinem Kopf abspult wird nicht durch das Bild geprägt, das er durch seine Augen sieht.

Das Leben eines Schizophrenen kann daher sowohl für ihn selbst wie auch für seine Mitmenschen Gefahren bergen. Bleibt eine Schizophrenie unbehandelt, sind die Halluzinationen nicht unter Kontrolle zu bringen.

Der Weg zurück in die Wirklichkeit

Die Diagnose einer Schizophrenie bedeutet jedoch nicht das Ende eines normalen Lebens. Erst durch die Diagnose wird ein normales Leben überhaupt ermöglicht. Es gibt verschiedene Arten der Schizophrenie die sich unterschiedlich stark auswirken. Allerdings können die Symptome bekämpft werden. Der Realitätsverlust kann durch anti-halluzinatorische Medikamente bekämpft werden. Unter Behandlung ist das Leben mit der Schizophrenie möglich.

Wichtig ist, die Schizophrenie zu erkennen. Für die Patienten selber ist dies vielleicht in luziden Momenten möglich. Allerdings empfinden sie ihre halluzinierte Welt als die Wirklichkeit, sodass eine Selbstdiagnose schwierig ist. Allerdings können Angehörige die Symptome erkennen und sofort Hilfe einholen. Wird die Schizophrenie rechtzeitig erkannt, kann eine Behandlung sofort eingeführt werden. Somit können halluzinierende Ausbrüche verhindert werden.

Das Sichtbare sehen

Der erste Schritt bei einer Schizophrenie ist es, die Diagnose festzustellen. Erst dann kann eine Behandlung beginnen. Angehörige und Patienten können ein normales Leben ohne Angst vor unsichtbaren Bedrohungen führen. Dafür ist aber wichtig, die Wirklichkeit zu erkennen, nämlich die Diagnose einer Schizophrenie.

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