Raucher haben doppelt so hohes Risiko erneut an Prostatakrebs zu erkranken


Eine internationale Studie unter der Leitung der Medizinischen Universität Wien und dem Universitätsspital Basel belegt nun erstmals den klaren Zusammenhang zwischen Rauchen und Prostatakrebs. Bisher ergaben andere Studien widersprüchliche Resultate. Mit der neuen Studie, die Anfang Juni online veröffentlicht wurde, gibt es keinen Zweifel mehr am Zusammenhang.
Raucher und ehemalige Raucher haben größeres Risiko

Rauchen ist nicht gesund und gilt als Risikofaktor für die Entstehung vieler Tumore. Bisher gibt es aber unterschiedliche Studienergebnisse, was den Zusammenhang zwischen Rauchen und einem Prostatakarzinom betrifft. Die neue Studie legt nun dar, dass Raucher und Ex-Raucher nach einer Entfernung der Prostata, wegen eines Prostatakarzinoms, ein doppelt so hohes Risiko haben, erneut an Prostatakrebs (biochemisch Rezidiv) zu erkranken als Nichtraucher. Unter biochemisches Rezidiv versteht man einen Krebsrückfall, der sich durch Veränderungen bei Laborwerten ankündigt (PSA-Wert aus dem Blut).

„Die Ergebnisse unserer Studie unterstreichen, dass es wichtig ist, an einem Prostatakarzinom Erkrankte hinsichtlich der negativen Einflüsse des Rauchens zu informieren“, erklärte Shahrokh François Shariat. Er ist Leiter der Universitätsklinik für Urologie der Med-Uni Wien. Zusammen mit Malte Rieken von der Universitätsklinik Basel wurde die bahnbrechende Studie erstellt.

Es ist nie zu spät mit dem Rauchen aufzuhören

Mit dem Rauchen aufzuhören ist immer sinnvoll. Laut den Studienergebnissen sind spätestens nach zehn Jahren ab dem Rauchstopp die negativen Auswirkungen auf das Risiko eines biochemischen Rezidivs ausgeglichen. Shariat rät daher jedem Raucher: „Es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören. Im Gegenteil. Wie unsere Studie zeigt, ist eine Entwöhnung auch dann sinnvoll, wenn man bereits an einem Prostatakarzinom erkrankt ist.“

Um aussagekräftige Resultate zu erhalten, wurden für die Studie die Daten von sechs internationalen Krebsforschungszentren zusammengesammelt. Dabei wurden die Daten von 7.191 Patienten untersucht, welchen zwischen 2000 und 2011 die Prostata entfernt wurde (radikale Prostatektomie).

Vor der Entfernung der Prostata erhielt keiner der Patienten eine Strahlen-, Hormon- oder Chemotherapie. Weiters wurden all jene ausgeschlossen, die eine bekannte Metastasierung zum Zeitpunkt der Diagnose aufwiesen. Um die Daten genau zu analysieren, wurden mehrere statistische Verfahren eingesetzt.

Der genau Grund für den Zusammenhang dennoch ungeklärt

Ob und inwieweit das Rauchen mit der Entwicklung des Prostatakrebses zusammenhängt, ist immer noch wissenschaftlich ungeklärt. Ältere Studien legen einen deutlichen Zusammenhang dar. Aktuelle Studien hingegen legen das Gegenteil nahe.

Jedoch steht fest, dass Rauchen das Risiko deutlich erhöht, an Prostatakrebs zu sterben. „Viele Fragen im Zusammenhang von Prostatakrebs und Rauchen sind nach wie vor ein Rätsel. Weitere Studien sind deshalb erforderlich, um befriedigende Antworten zu finden“, sagt Shahrokh François Shariat.

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