Studie: Überlebenschancen bei Krebs in Ost und Westdeutschland fast gleich groß


Mittlerweile haben Krebspatienten in Ost- und Westdeutschland die gleichen Überlebenschancen. Nur bei einigen wenigen Krebsarten weichen die Überlebenschancen noch etwas deutlicher voneinander ab. Vor dem Mauerfall hatten die Bürger der DDR allerdings noch deutlich geringere Überlebenschancen.

Die Krankheit Krebs wird in Deutschland immer mehr zur Volkskrankheit. Jeder vierte Todesfall geht inzwischen auf eine Krebserkrankung zurück. Damit ist Krebs nach Herz- Kreislauf- Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Viele fragen sich immer wo sie die besten Überlebenschancen haben in Ost- oder Westdeutschland.

Laut einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg sind die Überlebenschancen in Ost- und Westdeutschland mittlerweile fast gleichgroß. Die fast identischen Überlebensraten bei einer Krebserkrankung in den neuen wie in den alten Bundesländern zeigen eindeutig, dass vereinheitliche Gesundheitssystem vergleichbare Gesundheitschancen für Menschen in Ost und West bietet, so die Wissenschaftler in einem Bericht.

Überlebenschancen bei 20 Krebsarten fast identisch

Die Wissenschaftler hatten im Vorfeld die Überlebensraten einer Krebserkrankung zwischen den Jahren 2002 und 2006 genauer untersucht. Dabei fanden sie bei 20 und 25 untersuchten Krebsarten heraus, dass die Überlebenschancen gerade mal durchschnittlich um drei Prozent abwichen.

Nut bei den Krebsformen Haut-, Mundhöhlen-, Speiseröhren- und Gallenblasenkrebs waren die Überlebenschanen in den alten Bundesländern signifikant höher. Menschen die an Leukämie erkrankt waren, hatten hingegen größere Überlebenschancen im Osten von Deutschland. Vor dem Fall der Mauer sah das hingegen noch ganz anders aus.

Eine Million Krebsfälle ausgewertet

In den 1970er und 1980er Jahren lebten die Krebspatienten in Westdeutschland noch deutlich länger. So lag die 5- Jahres- Überlebensrate Mitte der 1980er Jahre bei den Darmkrebspatienten in der DDR gerade mal bei 28 Prozent, in der BRD überlebten ihn hingegen gut 44 Prozent. Auch bei Prostatakrebs hatten die BRD- Bürger bessere Chancen (DDR: 46 Prozent, BRD: 68 Prozent).

Für die aktuelle Statistik wurden mehr als eine Million Krebsfälle aus den elf unterschiedlichen Landeskrebsregistern ausgewertet. Die aktuelle Statistik wurde zudem in dem Fachjournal „European Journal of Epidemiology“ veröffentlicht.

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