Studie: Jedes Spermium ist einzigartig


Einer aktuellen Studie zufolge unterscheiden sich die Spermien eines einzelnen Mannes deutlich voneinander. Aber auch im Gegensatz zu anderen Körperzellen weisen Spermien große Unterschiede auf.

Der Mann verfügt über Millionen von Spermien, doch wer glaubt ein Spermium ist wie das andere, ist mächtig auf dem Holzweg. Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass sich die Spermien eines Mannes deutlich voneinander unterscheiden. Vergleicht man sie mit anderen körpereigenen Zellen, gibt es auch hier erstaunliche viele Abweichungen, wie Wissenschaftler der Stanford Universität in Kalifornien herausfanden.

Bei ihrer aktuellen Studie hatten die US- amerikanischen Wissenschaftler mehr als 90 Spermien eines gesunden Mannes im Alter von 40 Jahren analysiert und genetisch charakterisiert. Zu ihrem Erstaunen stellten die Wissenschaftler fest, dass es unter den Spermien große Unterschiede gab und dass jedes einzelne von ihnen genetisch einzigartig war.

Studie im Fachmagazin veröffentlicht

Im Anschluss verglichen die Forscher die Spermien mit den körpereigenen Zellen und stellten hier im Durchschnitt auch mehr als 20 Unterschiede fest. Bei einigen Spermien gab es mehr Unterschiede, bei anderen auch weniger, wie die Wissenschaftler in ihrer Studie erklärten, die erstmals im Fachmagazin „Cell“ veröffentlicht wurde.

Bei zwei Spermien stellten die Forscher sogar fest, dass zwei Chromosomen komplett fehlten. Bei allen untersuchten Spermien fanden die Forscher außerdem zwischen 25 und 36 Mutationen in den einzelnen DNA- Bausteinen, wie sie in dem Bericht weiter betonten. Diese Veränderungen waren den Forschern zufolge aber neu in den Zellen entstanden.

Kinder keine Kopien der Eltern

Durch die neuen Ergebnisse wird klar, warum Kinder keine direkten Kopien ihrer Eltern sind und wie die Eigenschaften der Eltern an die Kinder weitergegeben werden. Mit Hilfe einer neuen Technologie wurde das Erbgut der einzelnen Spermien isoliert und analysiert. Dieses Verfahren könnte auch in Zukunft helfen, Fruchtbarkeitsprobleme zu verstehen und zu behandeln, so die Wissenschaftler.

Das neue System kann man auch als eine Art Frühwarnsystem angesehen werden, so die Forscher. So kann man in Zukunft feststellen, ob die Spermien des Mannes überdurchschnittlich oft Genveränderungen aufweisen. Diese könnten später dazu führen, dass der Embryo nicht lebensfähig ist. Allerdings kann das neue System auch dazu benutzt werden, Körper- bzw. Krebszellen individuell zu analysieren.

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