Studie: Frauen schätzen Herzinfarkt- Risiko als zu gering ein


Frauen deuten deutlich schlechter einen Herzinfarkt als Männer, daher kommen sie auch später in der Notaufnahme an und verlieren dadurch wertvolle Minuten. Zudem schätzen sie ihr Risiko zu gering ein, an einer Herz- Kreislauf- Erkrankung zu erkranken.

Herzinfarkt ist mit die häufigste Todesursache in Deutschland. Er kündigt sich meistens durch Schmerzen in der linken Brust an. Bei diesen Symptomen lassen sich vor allem Männer in ein Krankenhaus einweisen. Frauen hingegen ignorieren die Warnsignale ihres Körpers und verlieren dadurch wichtige Minuten.

Einer aktuellen Statistik zufolge stirbt jeder Zweite in Deutschland an einer Herz- Kreislauf- Erkrankung. An einem Herzinfarkt starben im Jahr 2011 52.000 Menschen. Doch nicht alle sind sich der Gefahr bewusst, die durch einen Herzinfarkt ausgeht. Besonders der Unterschied zwischen Männer und Frauen ist erheblich, wie die Studie der Berliner Charité herausfand.

Frauen schätzen Risiken zu gering ein

So schätzen Frauen ihr Risiko deutlich geringer ein, als es eigentlich wirklich ist und erkennen zudem die Warnzeichen ihres Körpers nicht. Männer deuten die Warnzeichen richtig, wenn sie typische Signale wie Schmerzen in der linken Brust und das Ausstrahlen in den linken Arm verspüren. Daher schaffen sie es im Durchschnitt 13 Minuten früher in der Notaufnahme zu sein wie Frauen.

Wenn ein Mann auf der Straße umkippt und sich ans Herz fasst, denken alle sofort an einen Herzinfarkt, wenn eine Frau auf der Straße kollabiert, denken die meisten Menschen eher an Kreislaufprobleme, daher verlieren die weiblichen Patienten oft wichtige Minuten.

Trotz Risikofaktoren falsch eingeschätzt

Laut der Studie im Aufragt des Magazins „Focus“ glauben nur 62 Prozent alle weiblichen Studienteilnehmer zwischen 25 und 34 Jahren, dass sie lediglich ein geringes Risiko für Herz- Kreislauf- Erkrankungen haben. Dabei weisen die Probandinnen meisten einen bis drei Risikofaktoren auf, die ein Herzleiden begünstigen.

Zu den Risikofaktoren gehören zum Beispiel Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes oder Bewegungsarmut. So ergab die Untersuchung zum Beispiel auch, dass ein Viertel der 25 bis 35 Jahre alten Frauen erhöhte Cholesterinwerte aufwiesen. 25 Prozent der Probandinnen litten bereits an Diabetes und wussten es noch nicht einmal.

Doch nicht vollkommen gesund

55 Prozent der getesteten Frauen mit krankhaft erhöhtem Blutdruck hielten sich vor der Studie durch die Mediziner als vollkommen gesund. Die einzelnen Risikofaktoren fallen bei den Geschlechtern aber verschieden stark ins Gewicht. Bei weiblichen Rauchern zum Beispiel ist die Gefahr eine koronare Herzkrankheit zu bekommen um 25 Prozent höher als bei rauchenden Männern.

Bei männlichen Diabetikern hingegen ist das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden etwa doppelt so hoch wie bei Frauen, die an Diabetes erkrankt sind.

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