Studie: Chronische Schmerzen entstehen im Kopf


In Deutschland leben bis zu 10 Millionen chronisch Kranke. Einer aktuellen Studie zufolge könnte der Schmerz im Kopf der Patienten entstehen, was auch eine Erklärung dafür liefern könnte warum manche Schmerzen chronisch werden.

Einige Menschen leiden unter chronischen Schmerzen, bei denen selbst Mediziner keinen Rat mehr wissen, da ihre körperlichen Probleme schon seit geraumer Zeit abgeklungen sind. Eine mögliche Ursache für diese Patienten haben US- amerikanische Wissenschaftler im Rahmen einer Studie gefunden, die sie im Fachmagazin „Nature Neuroscience“ (Online) veröffentlicht haben.

Nach Angaben der Forscher um Vania Apkarian von der Northwestern University in Chicago soll ein fehlender Lernprozess im Gehirn dafür zuständig sein, dass manche Schmerzen chronisch werden. So sollen Patienten mit chronischen Schmerzen ihre Krankheit von Beginn an ganz anders im Gehirn verarbeiten, als Patienten bei denen die Krankheit bald wieder vergessen ist.

Große Aktivität zwischen zwei Hirnregionen

In der aktuellen Studie hatten die US- amerikanischen Wissenschaftler 39 Patienten mit Rückenschmerzen ein Jahr lang mittels eines Kernspintomografen regelmäßig in ihr Gehirn geschaut. Bei 19 Patienten, bei denen am Ende des Jahres die Schmerzen nicht gewichen waren, registrierten die Forscher eine erhöhte Aktivität zwischen zwei Gehirnregionen, der Insula und dem Nucleus accumbens.

Über diese beiden Gehirnregionen weiß man, dass sie für die Verarbeitung von Gefühlen und am Lernen maßgeblich beteiligt sind. So könnte es durch aus möglich sein, dass das Leiden nicht mehr verschwindet, weil manche Patienten ihre Krankheit sehr emotional verarbeiten. Die Wissenschaftler hegen nun die Hoffnung, in Zukunft eher erkennen zu könne, welche Patienten chronisch krank werden könnten.

10 Millionen chronisch Kranke in Deutschland

Dafür müsse aber in weiteren Studien die neue Methode erprobt werden, wie die Wissenschaftler in ihrem aktuellen Bericht weiter erklärten. Auch deutsche Experten halten die neuen Erkenntnisse für sehr vielversprechend. Allerdings gehen deutsche Experten auch davon aus, dass es höchstwahrscheinlich nicht die einzige Erklärung für Entstehung von chronischem Schmerz ist.

Eine Krankheit wird dann als chronisch bezeichnet, wenn sie mehr als drei bis sechs Monate anhält. Chronische Schmerzen können auch zu einer Erniedrigung der Schmerzschwelle führen. In Deutschland leiden aktuellen Angaben zufolge derzeitig acht bis zehn Millionen Menschen an chronischen Schmerzen.

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