Studie: Benachteiligung motiviert Menschen zum Bestrafen


Opfer neigen besonders dann zur Strafe, wenn sie sich benachteiligt fühlen, das hat jetzt ein kleines Experiment zwei Wissenschaftlerinnen herausgefunden. Damit ist eine alte Theorie wiederlegt wurden.

Menschen bestrafen besonders dann, wenn sie sich unfair behandelt oder benachteiligt fühlen. Wie Wissenschaftler in einem einfachen Experiment herausfanden, motiviert Ungleichheit mehr zur Strafe als das eigentliche Verlangen es dem Übeltäter wieder heimzuzahlen, erklären die Wissenschaftlerinnen in ihrem Bericht, der erstmals in dem Fachmagazin „Biology Letters“ veröffentlicht wurde.

In einem Experiment mit etwa 560 Probanden fanden zwei Wissenschaftlerinnen heraus, dass die Probanden es tolerierten, wenn ihnen ein Spielpartner eine gewisse Geldsumme während des Spiels wegnahm, wenn sie am Ende des Spiels genauso viel Geld oder mehr Geld besaßen.

Opfer konnten bestrafen

Hatte der Spielpartner zum Ende des Spiels allerdings mehr Geld, entschieden sich die meisten Probanden dafür, den Gegenüber zu bestrafen. Dieses kleine Experiment zeigte eindeutig, dass die erlittenen Verluste nicht die Hauptmotive für Strafen sind, so die beiden Wissenschaftlerinnen in ihrem Bericht weiter.

Bevor sich das Opfer für oder gegen eine Strafe entscheide, vergleiche es die eigenen Verluste mit den Gewinnen des Diebs. Ein simples Beispiel dürfte jedem klar machen, worum es in diesem Experiment ging: Stellen sie sich vor ein Dieb nimmt ihnen fünf Euro weg, würden die den Dieb anschließend bestrafen wollen, weil sie jetzt fünf Euro ärmer wären, oder weil der Dieb jetzt mehr Geld besäße als sie?

Benachteiligung Hauptmotivgrund

Damit wurde erstmals bewiesen, dass Menschen in erster Linie dann bestrafen, wenn der Betrüger am Ende besser dasteht als das Opfer. Die derzeitige Meinung war hingegen: Eine Strafe dient dazu es dem Täter mit gleicher Münze heimzuzahlen. Damit unterscheidet sich der Mensch grundlegend vom Tier, bei ihnen ist der eigene Verlust die treibende Kraft.

An dem Experiment nahmen 560 Probanden beider Geschlechter im Alter von 16 bis 69 Jahren teil. Jeweils die Hälfte von ihnen nahm die Rolle des Opfers bzw. des Täters ein. Die späteren Opfer erhielten zu Beginn des Spiels 70 Cent. Die Betrüger entweder 10, 30 oder ebenfalls 70 Cent. Die Täter konnten den Opfern im Spiel 20 Cent abnehmen.

Bei Benachteiligung entschieden sich viele für eine Strafe

Je nach der Spielvariante besaßen die Täter dann weniger, gleichviel oder mehr Geld. Allerdings konnte sich das Opfer auch dafür entscheiden den Täter zu bestrafen, mussten dafür aber 10 Cent investieren, dem Täter wurde im Gegenzug 30 Cent weggenommen. Ergebnis: Hatte der Betrüger nach dem Diebstahl genauso viel oder weniger Geld ging er fast immer straffrei aus.

Nicht einmal 20 Prozent der Opfer entschieden sich in diesem Fall für eine Strafe. Besaß der Dieb aber am Ende des Spiels mehr Geld, so entschieden sich gut 50 Prozent der Opfer für eine Strafe, weil sie sich benachteiligt fühlten.

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