Stress im Job: Immer mehr Arbeitnehmer fehlen wegen psychischer Erkrankungen


Die Grenzen zwischen Job und Freizeit verschwimmen immer mehr. Dadurch wird immer mehr gearbeitet und der Feierabend ist fast gänzlich aus dem Leben verschwunden. Das führt zu immer mehr psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout, weil viele Arbeitnehmer im Job überfordert sind.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben schon lange Alarm geschlagen: Die psychischen Erkrankungen in Deutschland nehmen immer weiter zu, weil es immer weniger Deutschen gelingt Job vom Privatleben zu trennen. Des Weiteren sind viele Arbeitnehmer in ihrem Job überfordert. Psychische Erkrankungen rangieren daher auch schon auf Platz drei der häufigsten Krankschreibungen.

Immer mehr Krankschreibungen wegen Burnout

Selbst Experten sehen inzwischen einen klaren Zusammenhang zwischen Stress am Arbeitsplatz und der Zunahmen der Krankheitstage wegen psychischer Erkrankungen. Laut einer aktuellen Statistik gehen 12,5 Prozent aller Fehltage auf psychische Erkrankungen zurück. Der größte Sprung wurde hingegen beim Burnout- Syndrom verzeichnet.

Im vergangenen Jahr waren es neun Fehltage pro 100 Versicherte, im Jahr 2004 hingegen waren es noch 0,6 Fehltage pro 100 gesetzlich Versicherter. Doch bis heute gibt es keine zuverlässigen Daten, wie stark der Stress im Job zugenommen hat. Dennoch liege es auf der Hand, dass seelische Erkrankungen immer weiter zunehmen.

Ständige Erreichbarkeit dank Internet und Handy

Der Grund hierfür sind kürzere Arbeitszeiten bei mehr Arbeit und komplexeren Aufgaben, so Birgit Köper von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund. Des Weiteren verschwimmt die Grenze zwischen Job und Freizeit immer mehr. Schuld hieran ist vor allem die ständige Erreichbarkeit durch Internet und Smartphone.

Laut einer aktuellen Umfrage sind 88 Prozent der Arbeitnehmer außerhalb der Arbeitszeit per Mail oder Handy zu erreichen. Das will die Politik jetzt ändern. So fordert die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen eine deutliche Trennung von Arbeit und Freizeit. Einen ersten Schritt in die richtige Richtung machte der Automobilbauer Volkswagen. Hier wurde die so genannte „Blackberry- Pause“ nach Feierabend eingeführt.

Flexible Arbeitszeiten führen zu Mehrarbeit

Allerdings sollte der Arbeitnehmer selbst klare Richtlinien für sich schaffen. So sollte das Firmenhandy am Wochenende ausgeschaltet bleiben und auch das einloggen ins Firmennetzwerk sollte tabu sein. Des Weiteren sollten keine Arbeitsmails kurz vor dem zu Bettgehen gelesen werden, dann schläft es sich auch besser.

Dennoch wünschen sich viele Arbeitnehmer flexible Arbeitszeiten, was allerdings oft dazu führt, dass mehr gearbeitet wird als es im Arbeitsvertrage vereinbart ist. Wenn Arbeitnehmer das Gefühl haben, dass sie zu viel arbeiten, sollten sie das direkt ansprechen, selbst wenn die Hemmschwelle in diesem Punkt noch sehr hoch ist, so Svenja Hofert, Coach aus der Hansestadt Hamburg.

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