Handy-App: Hautarzt mit Smartphone befragen


Zwei Männer aus Berlin haben eine App vorgestellt, die per Foto Hautkrebs erkennen soll. Das Foto wird mittels einer speziellen Software an einen Mediziner weitergeleitet. Binnen von zwei Tagen soll dann die Antwort vorliegen. Doch der neue Service ist zum einen nicht kostenlos und zum anderen befindet die App sich rechtlich in einer Grauzone.

Es kommen ja fast täglich neue Apps für Smartphones heraus. Aber selten wurde eine App im Vorfeld so kontrovers diskutiert wie dieses. Dabei handelt es sich um eine Smartphone- App die angeblich Hautkrankheiten erkennen soll. Die App ruft aber vor allem eine grundlegende Frage auf: Gibt es denn überhaupt seriöse Internetmedizin? Die Erfinder der App rütteln jetzt an den Festen der ärztlichen Berufsordnung.

Der Service befindet sich im juristischen Graubereich

Genau genommen kann die App keine Hautkrankheiten erkennen, sondern macht nur von der verdächtigen Hautstelle ein Bild und leitet das Foto dann weiter an einen Hautarzt innerhalb von Deutschland. Im Höchstfall dauert die Antwort des Arztes dann zwei Tage, so versprechen die Entwickler der App. Die Technik ist dabei aber das geringste Problem.

Kopfzerbrechen bereitet den Ärzten viel mehr das geltende Recht, denn dieser neue Service befindet sich im rechtllichen Graubereich, wie auch Fachverbände und Ärztekammern in einer ersten Stellungnahme betonen. Die beiden Erfinder aus Berlin glauben ganz fest an ihre Idee eines Internetportals für Hautkrankheiten. Der Sozialwissenschaftler und der Gesundheitsmanager haben sich mit Johannes Ring einen bekannten Facharzt und Professor mit ins Boot geholt.

Service ersetzt auf keinen Fall eine Behandlung

Außerdem haben die beiden Berliner für den Service eine neue Software für den Datentransfer entwickelt. So werben die beiden Erfinder mit dem Slogan: Keine langen Wartezeiten beim Hautarzt für Routine- Termine mehr. Zudem bietet der neue Service auch eine Art Filterfunktion an.

Wer einen Fußpilz hat muss nicht unbedingt gleich zum Hausarzt laufen, erklären die Entwickler in einem aktuellen Interview. Wer allerdings eine Gürtelrose hat, sollte aber dringend einen Hautarzt aufsuchen. Wie die beiden Entwickler weiter erklärten, stellt ihr Service keine Behandlung da und die App ersetzt auch auf keinen Fall einen Hautarzt. Vielmehr soll der neue Service ein Angebot für Ratsuchende sein, die eine erste Orientierungshilfe brauchen.

Fernbehandlungsverbot in Deutschland

Einen großen Nachteil hat der neue Service dann doch schon auf den ersten Blick, der Service ist natürlich nicht umsonst. Außerdem sprechen die beiden Erfinder bei ihrer App auch von Handlungsempfehlungen. Die Berliner Ärztekammer konnten die beiden Berliner mit ihrer neuen App aber nicht überzeugen.

Berufsrechtlich ist der neue Service eigentlich verboten, weil es hierzulande ein Fernbehandlungsverbot für Ärzte gibt, so der zuständige Sprecher der Ärztekammer in einem aktuellen Interview. Außerdem hat er auch Zweifel an der Qualität der Fotos sowie am Datenschutz. Er bezweifelt außerdem auch, ob die neue App wirklich eine Hilfe für Menschen darstellt oder ob die Entwickler der App sich mit ihrem Service nur bereichern wollen.

Lieber einen Mediziner fragen

Der Sprecher empfiehlt allen Menschen mit verdächtigen Hautveränderungen lieber einen Hautarzt zu fragen. Die Ärztekammer in Berlin will zudem in den kommenden Tagen überprüfen, welche Berliner Mediziner mit wem den beiden Entwicklern der App zusammenarbeiten.

Auch der Berufsverband der Deutschen Dermatologen regierte eher zurückhaltend auf diese neue App. So hält selbst der amtierende Präsident, Klaus Strömer, nur wenig von Diagnosen die nur anhand eines Bildes gestellt werden. So kann der Patient nicht zu seiner Vorgesichte befragt werden, erklärte der Präsident in einer Stellungnahme.

Deutsche Gesellschaft für Telemedizin begrüßt den neuen Service

Schon der Verdacht einer bösartigen Hautveränderung hat einen hohen emotionalen Charakter. Der Präsident würde einen Patienten damit nur sehr ungern allein lassen, gibt er weiter zu bedenken. Viel offener reagierte im Gegensatz dazu die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin.

Solange Ärzte in einen solchen Service integriert sind, ist gegen eine App dieser Art im Vorfeld nichts Negatives zu sagen, sagte der zuständige Sprecher Wolfgang Loss in einem Interview

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