Senioren in Sachsen verfallen immer öfter dem Alkohol


Immer mehr Senioren greifen in Sachsen zur Flasche. Die Anzahl der Klienten die Suchtzentralen aufsuchen haben sich in den vergangenen Jahren verdoppelt. Aber auch die stationären Aufnahmen in Krankenhäusern wegen Leberschäden haben in den letzten Jahren deutlich zugelegt, wie die Krankenkassen erklärten.

In der Vergangenheit wurde oft das Problem Alkoholsucht unter jungen Leuten diskutiert. Doch nicht nur junge Menschen verfallen immer öfter dem Alkohol. Besonders ältere Menschen haben immer öfter mit Alkoholproblemen zu kämpfen So registriert das Bundesland Sachen immer mehr Menschen ab einem Alter von 65 Jahren, die sich wegen Alkoholproblemen in Behandlung geben.

Doppelt so viele Klienten

Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei aktuellen Umfragen bei den sächsischen Krankenkassen und Pflegeheimen. Im Jahr 2001 hatten die Suchtberatungsstellen in Sachen etwa 100 Klienten, im Jahr 2010 hat sich ihre Anzahl verdoppelt und betrug ungefähr 200. Vor allem Alkohol ist bei den Suchtberatungsstellen ein primäres Problem.

Doch wer denkt, Menschen würden erst im Alter vermehrt zur Flasche greifen, ist auf dem Holzweg. Viele der älteren Suchtkranken haben schon in jungen Jahren oft bzw. übermäßig zur Flasche gegriffen, so der Vorsitzende der Landesstelle für Suchtgefahren im Bundesland Sachen, Helmut Bunde, in einem Interview mit der Tageszeitung „Osterländer Volkszeitung“.

Mehr Behandlungen wegen Suchterkrankungen

Im Alter fühlen sich viele Menschen immer öfter einsam und dies verlocke regelmäßig zur Flasche zu greifen, so der Vorsitzende in dem Interview weiter. Auch die gesetzlichen Krankenkassen haben das Problem in der Zwischenzeit erkannt. In knapp 300 Fällen stellten die Mediziner die Diagnose „psychische Störungen und Verhaltensstörungen durch Alkohol“.

Im Vergleich zum Jahr 2009 mussten somit fünf Prozent mehr Menschen ab einem Alter von 60 Jahren wegen einer Suchterkrankung behandelt werden. Übermäßiger Alkoholkonsum schädigt bekanntlich die Leber. Daher ist auch nicht verwunderlich, dass die Zahl der stationären Behandlungen wegen Lebererkrankungen um 43 Prozent auf 500 anstieg.

Alkohol im Alter immer gefährlicher

Auch die Pflegeheime in Sachen haben vermehrt mit diesem Problem zu kämpfen. Einerseits wollen sie den Senioren ein möglichst freies Leben ermöglichen. Auf der anderen Seite stellen aber alkoholkranke Bewohner ein zunehmendes Problem für das Pflegepersonal da, wie der Landesverband privater Anbieter sozialer Dienste berichtet.

Oft führen mehrere Ursachen zur Suchterkrankung durch Alkohol. Viele fühlen sich ohne ihren Partner einsam oder denken sie würden von der Gesellschaft nicht mehr gebraucht. Auch die Perspektivlosigkeit führt dazu, dass vermehrt zur Flasche gegriffen wird. , so die Landesstelle der Techniker Krankenkasse. Zudem ist Alkohol mit zunehmendem Alter immer gefährlicher, weil er immer langsamer abgebaut wird.

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