Studie: Zusammenhang zwischen Schokoladenkonsum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen


Schokolade macht dick, ist ungesund und kann zu Diabetes führen. Rund um die süße Versuchung gibt es viele Vorurteile. Nun haben Forscher der University of Aberdeen herausgefunden, dass Menschen, die regelmäßig Schokolade essen, seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkranken.

Neue Studie

Im Fachjournal „Heart“ präsentierten die Forscher ihre neuen Erkenntnisse, die die Schokolade in ein neues Licht rückt. An der Studie waren auch die University of Camebridge, Manchester und East Anglia beteiligt. Weiters das Lancashire Teaching Hospital, das Medical Research Council Epidemiology Unit (Camebridge) und das Academic Medical Centre (Amsterdam).

Sonst als Dickmacher und Genussmittel verschrien, zeigt die Studie, dass bei regelmäßigem Verzehr das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt. Das soll aber nicht bedeuten, dass man nun täglich ein oder zwei Tafeln Schokolade vernaschen soll. Die Menge ist ebenfalls ausschlaggebend. Bis zu 100g Schokolade pro Tag verringert das Risiko eines Schlaganfalles oder einer Herzerkrankung.

Wie wurde die Studie aufgebaut?

Es wurde eine sogenannte Epic-Studie (European Prospective Investigation Into Cancer and Nutrition ) durchgeführt. Dabei wurden 21.000 Erwachsene, die im britischen Norfolk leben, nach ihrem Gesundheitszustand, Essgewohnheiten und Lebenswandel. Danach begleiteten die Wissenschaftler die Probanden für zwölf Jahre. Am Anfang der Studie waren die Teilnehmer ca. 60 Jahre alt.

Die Forscher stellten den Probanden drei Fragen, um zu ermitteln, wie viel Schokolade jeder Teilnehmer pro Tag zu sich nimmt. Die daraus ermittelte Summe aller täglich gegessenen Schokoladenprodukte (Tafeln, Riegeln, Trinkschokolade) war die Grundlage der Untersuchungen.

Der Professor Phyo Myint (School of Medicine & Dentistry, University of Aberdeen) sagt, dass ihre Studie zu dem Schluss komme, dass ein höherer Verzehr von Schokolade mit einem niedrigeren Risiko für zukünftige kardiovaskuläre Ereignisse assoziiert werde.

Geringere Sterblichkeit

Jeder fünfte Teilnehmer gab bei einer Befragung an, dass er komplett auf Schokolade verzichtet. Die Schokoladen-Esser hingegen aßen durchschnittlich sieben Gramm pro Tag. Das entspricht ca. einem Stück Schokolade.

Bei der Analyse der Daten wurde herausgefunden, dass genau die Nascher unter den Probanden ein elf Prozent niedrigeres Erkrankungsrisiko hatten. Die damit verbundene Sterblichkeit war ebenfalls geringer als wie bei den Nicht-Essern. Es wurden auch ältere Studien ausgewertet. Sie zeigten, dass Menschen, die mehr Schokolade essen, ein gesünderes Herz haben.

Grund könnten Pflanzenstoffe und Kalzium sein

Vor allem in der dunklen Schokolade stecken Flavonoide. Dabei handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, denen allgemein eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt wird. Sie sind für die Farbgebung der Pflanzen zuständig und schützen sie zudem vor schädlichen Einflüssen aus der Umwelt.

Verzehrt man diese Flavonoide, wird der menschliche Organismus unterstützt und fördert die körpereigenen Abwehrmechanismen. Es handelt sich bei den Flavonoiden um Antioxidantien und daher können sie freie Radikale (Sauerstoffverbindungen im Körper) unschädlich machen. Daher wird ihnen eine krebsvorbeugende Wirkung nachgesagt. Zudem wird ihnen, wie die Studie zeigt, ein positiver Effekt auf das Herz nachgesagt.

Da die Probanden vor allem Milchschokolade aßen, vermuten die Forscher, dass neben den Flavonoiden auch das Kalzium, das in der Milchschokolade enthalten ist, positiven Einfluss auf die Gesundheit hat.

Trotzdem ist die Schokolade nicht gesund

Die Studie belegt dennoch nicht, dass die Schokolade gut für das Herz ist. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Die Forscher analysierten daher lediglich den Zusammenhang zwischen dem regelmäßigen Verzehr von Schokolade und der Herzgesundheit. Es könnte aber möglich sein, dass die Forscher wichtige Punkte übersehen haben. Es wurden zwar Faktoren, die einen Einfluss auf das Herz haben, miteinbezogen, jedoch könnte es andere Punkte geben, die ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erklären. Zum Beispiel könnten die Nascher mehr Sport betreiben oder bei anderen Mahlzeiten bewusster darauf achten, was sie essen. Diese Gründe könnten ebenfalls für ein geringeres Risiko sprechen.

Das Team um Chun Shing Kwok schreibt, dass es jedenfalls keinen Hinweis darauf gebe, dass man auf Schokolade verzichten müsse, aus Sorge um sein Herz-Kreislauf-System. Dennoch sollte nicht exzessiv geschlemmt werden. Denn wer an Übergewicht leidet, ist auch gefährdeter für Herz-Erkrankungen oder Diabetes.

 

 

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