Rezeptfreie Schmerzmittel von Stiftung Warentest bewertet


Die Stiftung Warentest hat 76 rezeptfreie Medikamente getestet. Diese wirken zwar meist gut, doch werden auch ihre Nebenwirkungen häufig unterschätzt. Die Schlussfolgerung muss daher lauten, rezeptfrei heißt noch lange nicht harmlos. 

Sieben Wirkstoffe und fünf Wirkstoffkombinationen wurden von der Stiftung Warentes unter die Lupe genommen, die Ergebnisse dieser Tests wurden jetzt veröffentlicht. Fazit dieser Untersuchungen ist, dass rezeptfreie Schmerzmittel meist gute Wirkungen haben, ihre Nebenwirkungen aber oft wesentlich gefährlicher sein können als viele denken.

Nach Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) endet die Einnahme solcher Präparate ohne ärztliche Kontrolle daher für mehrere tausend Menschen jährlich im Spital.

Umfassende Untersuchung zu Nutzen und Risiken rezeptfreier Medikamente

Mit den getesteten Wirkstoffen und Wirkstoffkombinationen deckt die Untersuchung 76 der beliebtesten rezeptfreien Präparate ab, um deren Nutzen und Risiken einordnen zu können. Die Verbraucherschützer haben sich dabei an einer großen internationalen Studie der Universität Oxford aus dem Jahr 2013 orientiert und damit Daten aus mehr als 600 klinischen Studien unter 350.000 Personen dieser Meta-Analyse berücksichtigt.

Die Ergebnisse der Untersuchung unter Einbeziehung dieser Daten bestätigten, was von Verbraucherschützern schon früher propagiert wurde. Gute Wirkstoffe seien demnach Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen und Paracetamol. Diese wirkten wie beworben gut gegen Schmerzen und Fieber. Ihr Nutzen überwiege daher bei achtsamer Verwendung vor ihren Risiken.

Nebenwirkungen oft unterschätzt

Vor allem beim Wirkstoff Paracetamol sei laut Stiftung Warentest Vorsicht geboten. Dieser kann bei Überdosierung zu schweren Schädigungen der Leber, bis hin zum Tod führen. Acetylsalicylsäure und verwandte Wirkstoffe wie Diclofenac und Ibuprofen könnten hingegen zu Blutungen und Geschwüren im Magen und Darmbereich führen. Auch die Nieren könnten bei einer Überdosierung des Wirkstoffes ASS angegriffen werden und bei dafür anfälligen Personen Asthma hervorrufen. Ibuprofen wiederum könne zu einer Erhöhung des Blutdrucks führen und das Herzinfarktrisiko erhöhen.

Experten raten vor allem von der Anwendung von Kombinationspräparaten ab. Diese enthalten mehrere Wirkstoffe gleichzeitig, die häufig noch durch Koffein ergänzt werden. Das könne dazu führen, dass diese Medikamente zu häufig und zu lange eingenommen werden und das Risiko der Nebenwirkungen steige.

Fazit 

Die vormals als geeignet bewerteten rezeptfreien Schmerzmittel seien laut aktuellem Test der Stiftung Warentest nach wie vor geeignet und bei richtiger Anwendung erzielen sie auch gute Wirkungen. Trotzdem raten die Verbraucherschützer dazu stets die Beipackzettel zu beachten und solche Medikamente nur in Maßen, ohne ärztliche Kontrolle höchsten vier Tage hintereinander und nicht mehr als zehn Tage im Monat einzunehmen.

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