Rezeptfreie Schmerzmittel bald nur noch in kleinen Packungen


In Zukunft wird es wohl Großpackungen von freiverkäuflichen Schmerzmitteln nur noch auf Rezept geben. Einen entsprechenden Vorschlag unterbreitete das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte dem Bundesgesundheitsministerium.

Freiverkäufliche Schmerzmittel wie Aspirin und Co erfreuen sich in Deutschland wachsender Beliebtheit. Schon beim kleinsten Schmerz greift der Deutsche gern zum Schmerzmittel, immerhin gibt es sie ja rezeptfrei in den Apotheken. Doch dies soll sich nun ändern, zumindest beiden Großpackungen.

Zugang beschränken

Experten warnen immer wieder vor dem zu häufigen Einnehmen von Schmerzmitteln. So unterschätzen viele Verbraucher die Gefahren von Schmerzmitteln. Denn viele Verbraucher denken freiverkäufliche Arzneimittel können nicht gefährlich sein. Aus diesem Grund will auch das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte den Zugang zu freiverkäuflichen Schmerzmitteln beschränken.

In erster Linie sollen Wirkstoffe wie ASS (Acetylsalicylsäure), Ibuprofen, Naproxen und Diclofenac davon betroffen sein, wie es am heutigen Mittwoch hieß. So soll es diese Wirkstoffe nur noch in kleinen Packungen geben, die maximal für vier Tage reichen. Diesem Vorschlag hat in der Zwischenzeit auch schon der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht im Bundesamt zugestimmt.

Großpackungen nur noch auf Rezept

Viele Experten rechnen nun damit, dass das Bundesgesundheitsministerium dieser Empfehlung folgen wird. Somit gibt es Schmerzmittel in Großpackungen in Zukunft nur noch auf Rezept. Durch die kleineren Packungsgrößen will das Bundesamt den Verbraucher besser schützen. Denn Schmerzmittel wie Aspirin können auf lange Sicht gesehen die Niere schädigen.

Außerdem können Schmerzmittel auch Blutungen in Magen und Darm verursachen. Werden diese Schmerzmittel in einer zu hohen Dosierung genommen, sind sie unter Umständen sogar tödlich. Allein im Jahr 2010 stellte das Statistische Bundesamt 38 Todesfälle durch Vergiftungen mit Schmerzmitteln fest. Allein 16 von ihnen gingen auf Ibuprofen und Diclofenac zurück.

Bundesamt erhofft sich Signalwirkung

Doch die Todesfälle gehen nicht immer auf Suizide zurück. So überschreiten unwissende Verbraucher die tägliche Höchstdosis. In manchen Fällen merken die Patienten auch nicht, wenn sie die Höchstdosis überschreiten, dies kann zum Beispiel durch Kombinationsmedikamente passieren. Dies liegt oft daran, wenn Patienten zusätzlich zu einem Erkältungsmedikament ein Schmerzmittel nehmen, dass ebenfalls einen Anti- Schmerz- Wirkstoff enthält.

Von den neuen Packungsgrößen erhofft sich das Bundesamt unter anderem eine Signalwirkung. So will das Bundesamt die Patienten sensibilisieren und ihnen deutlich machen, dass auch freiverkäufliche Arzneimittel gesundheitsschädlich und gefährlich sein können, so das Bundesamt in einer Erklärung.

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