Report: Psychische Erkrankungen seit 2004 um 1400 Prozent angestiegen


Seelische Erkrankungen mutieren langsam aber sicher zur neuen Volkskrankheit. Eine aktuelle Studie hat ehrausgefunden, dass seit dem Jahr 2004 die Fehltage in Folge von psychischen Erkrankungen um 1400 Prozent gestiegen seien. Auch Unternehmen tragen erhebliche Verluste davon.

Diverse Gesundheitsreporte der gesetzlichen Krankenkassen hatten eine drastische Erhöhung der krankheitsbedingten Fehltage in Folge von psychischen Erkrankungen festgestellt. Nun kommt eine aktuelle Studie der Bundespsychotherapeutenkammer die diesen Anstieg bestätigt. So ermittelte die Kammer den Anstieg der psychischen Erkrankungen seit dem Jahr 2004.

100 Versicherte mit 200 Fahltagen

Sie kam zu dem Ergebnis, dass die Fehltage in Folge von Depressionen und Co seit dem Jahr 2004 um ungefähr 1400 Prozent zugenommen haben. Allein im vergangenen Jahr fehlten gut 100 Versicherte 200 Tage wegen einer psychischen Erkrankung. Die Studie „Arbeitsunfähigkeit und psychische Erkrankungen 2012“ wurde von der Kammer in der Bundeshauptstadt Berlin vorgestellt.

Die Autoren der Studie stellten zudem fest, dass sich die deutschen Arbeitnehmer immer öfter in ihrem Job überfordert fühlen. Im Jahr 2004 fehlten 100 Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung wegen Burn Out 0,6 Tage an ihrem Arbeitsplatz, im vergangenen Jahr waren es hingegen schon neun Fehltage.

Moderne Gesellschaft schuld an vielen Erkrankungen

Daher ist es nicht verwunderlich, dass psychische Erkrankungen langsam aber sicher zur neuen Volkskrankheit werden. Schon jetzt gehen 12,5 Prozent aller Krankenschreibungen auf seelische Probleme zurück. Damit sind psychische Erkrankungen der dritthäufigste Grund einer Krankschreibung.

Die seeluischen Probleme resultieren in erster Linie aus der modernen Gesellschaft, so die Kammer in ihrem Bericht weiter. Außerdem erhalten Menschen mit seelischen Problemen viel zu spät eine Beratung und psychisch Kranke auch viel zu spät erst eine Behandlung. Auslöser von seelischen Erkrankungen sind immer öfter Stress.

Zeitdruck Risikofaktor Nummer eins

Außerdem wird in 85 Prozent aller Fälle neben Burn Out auch eine körperliche Erkrankung vom behandelnden Arzt festgestellt. Der Stress, der immer öfter für den Burn Out verantwortlich gemacht wird, entsteht allerdings eher in der Arbeitswelt als im privaten Umfeld, so ein Sprecher der Kammer. Der größte Risikofaktor ist hierbei der Zeitdruck.

Doch nicht nur Arbeitnehmer leiden unter den seelischen Erkrankungen, auch Arbeitgeber tragen hohe finanzielle Verluste davon. So geht die Bundesregierung davon aus, dass seelische Erkrankungen der Wirtschaft jährlich etwa 26 Milliarden Euro kosten. Besonders gravierend, seelische Erkrankungen sind sehr langwierig. Ein Arbeitnehmer fehlt im Durchschnitt 30 Tage.

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